224
war überhaupt ein liebliches Wesen, zart und mild in ihrem gewöhnlichenBenehmen, doch im Grunde voll Geist und Feuer, wie ich an ihrenHellen blauen, acht englischen Augen sehen konnte; sie Halle eine sehrgute Erziehung genossen und in meiner jugendlichen llnkennlniß deSLebens bildete ich mir ein, sie wisse mehr als jedes andere Mädchenvon siebzehn, dem ich noch begegnet war. Grace und Lucy warenwohl beide aufgeweckt und hatten von Mr. Hardinge den sorgfäl-tigsten Unterricht erhalten; allein der gute Geistliche konnte denMädchen in ihrer ländlichen Zurückgezogenheit und in Amerika nichtjene feine Politur bcibnngen, welche sich in England sogar mitmäßigen Mitteln erlangen ließ. Mir schien Emilie Merton einwahres Wunder von Vollkommenheit und ich fühlte mich oft nebenihr beschämt, wenn ich vernahm, wie sie so leicht und natürlichauf Dinge anspielte, von denen ich jetzt zum ersten Male hörte.
Eilftcs Kapitel.
»He, Bootsmann!'
»Hier; was soll'S denn, Herr?'
.Gut, sprecht mit Eure» Leute», fallt doch ab,
Song rcnttc» auf den Gruno wir — sputet Euch!'
Sturm.
Äapitän Williams wollte mir als Lohn für die Vorsicht undEntschlossenheit, mit der ich die Brigg geführt hatte, eine Gunsterweisen und gewährte mir deshalb so viel Urlaub, als ich nurimmer verlangte; es war ja möglich, daß ich London nie wiedersah — und da er erfuhr, daß ich in gute Gesellschaft gerathcn sey,so hinderte er mich keineswegs, dieselbe zu benützen. Ec dehnteseine Sorgfalt für mich sogar so weit aus, daß er durch einen vondes ConsulS Schreibern Erkundigungen über die Mertons einziehenließ, damit ich nicht etwa einem jener Tausende listiger Spitz-buben, von welchen London wimmelt, in die Hände fallen möchte.