wahrlich über die Thatsache freuen, daß unsere Meister „die Kircheohne Bischöfe'' so frühzeitig entdeckt haben.
Während meines Aufenthalts in London fand ich übrigens Ge-legenheit, mich zu überzeugen, daß das Land unserer Väter, welches,nebenbei bemerkt, noch seine Erzbischöfe hat, neben unvcrmischterTugend anch noch manches Andere im Busen nährt. Zu Gravesendnahmen wir zwei Mauthbeamte an Bord (nach dem englischenZollsystem wird immer ein Spitzbube zur Bewachung des andernaufgestellt), welche bis zn dem Augenblicke des Ausladens auf derBrigg blieben. Einer dieser Leute war bei einem Gentleman alsDiener gewesen und hatte auch seine Stelle der Verwendung seinesfrüheren Herrn zu danken. Er hieß Sweeney und konnte alsein wahres Muster von Unbescholtenheit und Uncigennützigkeit einesMauthbeamten gelten.
Als er die Prise von einem Jungen von achtzehn Jahrenkommandirt sah, ahnte er wohl nicht, daß dieser Junge unter demtrefflichen Mr. Hardinge sein gut Theil Latein und Griechisch ge-lernt, so wie das Familiengut Clawbonny als Erbschaft angetretenhatte, meinte vielmehr, mit mir werde er eine leichte Aufgabe vorsich haben; da er überdies einen heftigen Drang, mich nach Allemumzusehen, an mir bemerkte, so schlug er mir eine Kreuzfahrt amLande vor, sobald die Brigg den Anker auSgeworfcn hatte. Sweeneywar es, der mir den Weg zu dem Agenten wies und mich, nach-dem ich mein Geschäft mit diesem abgemacht hatte, zu einemSpaziergang nach der St. Paulskirche, dem Monument und endlichauch, da er einen feiner» Geschmack an mir entdeckte, als er anfäng-lich vermuthet hatte — nach den Wundern des WestendS aufforderte.
So war der „bewundernswürdige Sweeney" fast eine Wochelang mein steter Cicerone, der mich die meisten beachtenswerthenGegenstände der Stadt von Außen, und die wenigen, wo ich für denEintritt zu bezahlen Lust hatte, auch von Innen sehen ließ, nachund nach aber in seinem Geschmacke merklich Herabstieg und mich