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Verzweiflung kam über uns, als fast gleichzeitig der neue Gedankein unserer Seele ausstieg, wir würden uns am Ende dem Schiffenicht hörbar machen können! Ich sage gleichzeitig —denn in einemund demselben Augenblick erhoben wir Fünf ein gemeinsames, ver-zweifeltes Geschrei, um unsere Freunde zu allarmiren, die uns hierso nahe waren und uns leicht von der gräßlichsten aller TodeSarten— dem Hungertods zur See — erretten konnten.
Die fürchterliche Anstrengung, mit der wir an den Rudernarbeiteten, mochte wohl die Kraft unserer Stimmen vermindern,wie auch umgekehrt der gewaltige Versuch, einen Lärm zu erregen,dem Nachdruck unserer Ruder schadete. Schon waren wir leewärtsvon dem Schiffe, doch immer noch beinahe in dessen Kielwasser,und unsere einzige Hoffnung'bestand jetzt darin, daß uns ein Ein-holen desselben gelänge.
Der Kapitän rief uns zu, auf Tod und Leben fortzurudern,und wir ruderten mit so wahnsinnigem Eifer, daß es uns, glaubeich, auch wirklich geglückt wäre, wenn sich nicht eine Woge überuns hergestürzt und das Boot bis an die Dosten angesüllt hätte. —Jetzt blieb uns keine andere Alternative, als todt abzuhalten undso lieb uns das Leben war, das Wasser auszuschöpfen.
Ich gestehe, ich fühlte glühende Thränen über meine Wangenrollen, als ich die dunkle Masse des Schiffes an uns vorüberziehensah, kurz bevor es von der Finsterniß verschlungen wurde. Alsdies bald darauf geschah, da war kein Zweifel mehr — ein Jederin dem Boote mußte sich als rettungslos verloren betrachten. Wirfuhren zwar fort, in Hüten, Kürbisflaschen, Töpfen und Eimerndas Wasser auszuschöpfen, allein es geschah in keiner andern Ab-sicht, als um wenigstens den unmittelbaren Tod von uns abzuwenden.
Neben mir hörte ich einen von den Bootsleuten beten undauch der Name seines Weibes mischte sich in dieses letzte Flehenzu Gottes Throne. Kapitän Nobbins, der Arme! der erst kürzlicheine ähnliche gefahrvolle Scene in unserem Langboote erlebt hatte.