getrieben, im Begriff, über das Wasser hinzufliegen, da ließ Ru-precht den unerwarteten Ruf hären, er habe das Schiff gesehen!
Und er war eS wirklich, der Tigris: das Gallien gegen Nordostgewendet, das Vor- und Hauptmars - doppelt, die großen Segelaber einfach gerefft, kämpfte er sich durch das tobende Gewässerund suchte sich offenbar, so nahe er konnte, an'S Land zu halten,um seinen Kurs nicht zu verlieren und dem Sturme so gut wiemöglich Trotz zu bieten. Das Schiff stand, als wir es zuerst ent-deckten, kaum eine Kabellänge von uns entfernt, und doch war eSkaum hell genug, um Alles dies wahrzunehmen. Unglücklicherweiselag es uns aber todt nach leewärts und jagte mit einer Eile dahin,welche höchst wahrscheinlich machte, daß eS uns übersegeln würde,wenn wir nicht alle Ruder in Bewegung setzten.
Dies geschah denn auch so bald wie möglich und fort gingsnun in der höchsten Hast gerade auf die Leeseite des Tigris zu,um von seinem Rumpfe geschützt beidrehen und «ns ein Tau zu-werfen lassen zu können. Wir ruderten mit Riesenkraft. Dreimalschlug das Wasser in unser Boot, das mehr und mehr davon an-gefüllt wurde; allein Kapitän Nobbins hieß uns immer weiterrudern, da jeder Augenblick jetzt kostbar sey.
Da ich mich nicht umsah — oder eigentlich nicht wohl umsehenkonnte — so gewahrte ich nichts mehr von dem Schiff, bis ichplötzlich, keine hundert Fuß vor uns, seinen schwarzen Rumpf erhaschte,der mit jenem plötzlichen Ruck, wie er die Schiffe zuweilen scheinbarmit doppelter Schnelligkeit dahintreibt, auf einer Woge emporstieg.
Kapitän Nobbins hatte, sobald er sich nahe genug glaubte, dasheißt, in einer Entfernung von hundert Schritten, angefangen, demSchiffe zuzurufcn: doch was vermochte die menschliche Stimme gegendie Musik des Sturmes, der unter den verschiedenen Tauen — wohldürfte ich beifügen Saiten— in der massenhaften Tackellage einesOstindienfahrers umherrasselte und seinen Gesang mit dem Bassedes brüllenden Oceans begleitete! Himmel! welches Gefühl von