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hinter'm Ohr, und nicht von Herrn im Federhut und mit dem De-gen an der Seite verübt wird. Im Ganzen bin ich noch langenicht klar darüber, ob nicht die laufende Rechnung, was Ehrlichkeitbetrifft — denn diese wenigstens fehlt ganz bei beiden Verfah-rungSartcn — doch noch zu Gunsten der nichtzahlenden Staatenausfällt, denn wie oft geschieht eS, daß man heute in der bestenAbsicht von der Welt borgt und morgen aus baarem Unvermögennicht zahlen kann? während mir in meiner ganzen Erfahrung keinFall bekannt ist, daß Einer ein Schiff gekapert und später das Pri-sengeld freiwillig wieder erstattet hätte, so lange er eS wenigsten«unterlassen konnte.
Doch laßt u»S zu unfern Abenteuern zurückkehren.
Wir befanden unS eben unter der gewöhnlichen Brise geradein der Breite von Guadeloupe, als wir mit Tagesanbruch einespitzbübisch ausschende Brigg aus uns Jagd machen sahen. Nach-dem Kapitän DiggeS den Fremden lange durch sein bestes Glas,welches bloS bei besonderen Veranlassungen zum Vorschein kam, be-obachtet hatte, erklärte er ihn für eine» französischen Kreuzer, höchstwahrscheinlich aber für ein Kaperschiff. Daß es ein Franzmannwar, ging nach Marble's Versicherung schon aus der Höhe seinerStengen und der Kürze der Raaen hervor, wie uns denn vor-nehmlich seine oberen Spieren als eine wahre Spotterscheinungvorkamen, und wer überhaupt ein Recht besaß, seine Meinungzu äußern, erklärte sich überzeugt, daß die Brigg ein französischerKreuzer in Staats- oder Privatdiensten sep.
Der Tigris war ein tüchtiger Schnellsegler und legte jetzteben unter seinen Mars - und Bramleesegeln sieben Knoten in derStunde zurück. Die Brigg stand an leichter Bolinie, girte öfterseewärts und hatte eS offenbar auf unser Kielwasser abgesehen;sie machte etwa neun Knoten in der Stunde, und hatte alle Aus-sicht, uns gegen Mittag zu erreichen.
Auf unserem Quarterdeck war man noch sehr im Zweifel,