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küßend, als ob wir ihnen gute Nacht sagen wollten. Offengestanden, waren wir herzlich froh und zugleich nicht wenig über-rascht, Grace und Lucy bei dieser Gelegenheit so vernünftig zufinden, da wir vornehmlich von Seiten meiner Schwester eine leiden-schaftliche Scene erwartet hatten.
Mit schwerem Herzen verließen wir das Haus, denn nur seltenwird Einer von dem väterlichen Dache scheiden, um fich in denwechseivollen Kampf mit der Welt zu wagen, ohne den traulichenVerband, in welchem er bisher gelebt, tief zu vermissen. Naschund schweigend schritten wir weiter, so daß wir die Strecke bis zurWerste, weiche beinahe zwei Meilen betrug, in weniger als einerhalben Stunde zurücklegten. Ich war eben im Begriff, den schwarzenNeb anznreden, dessen Gestalt ich in dem Boote gewahrte, als ichans sechs Fuß von mir zwei weibliche Figuren bemerkte — Graceund Lucy waren es, welche in Thränen schwimmend unsere Ankunfterwarteten und die beiden Wanderer abfahren sehen wollten.
Ich muß gestehen, ich fühlte mich betroffen und verwirrt, alsich die beiden zarten Mädchen zu dieser Stunde so fern vom Hausevor mir sah; mein erst Gedanke war der, sie wieder sicher zu ihrerWohnung zurück zu geleiten, ehe ich selbst in's Boot stiege; alleindavon wollte keine von Beiden etwas hören. Alle meine Bitten bliebenvergeblich und ich sah mich genölhigt, mich ihrem Willen zu fügen.
Ich weiß nicht genau, wie eS kam, aber daß es so war, weißich gewiß — statt die eigene Schwester bei Seite zu nehmen, ummeine letzten Worte an sie zu richten und ihr Lebewohl zu sagen, wiedies im Augenblicke des Abschieds natürlich gewesen wäre, wandtesich jeder von uns Beiden an die Schwester seines Freundes, sosonderbar dies auch scheinen mag. Ich will damit nicht sagen, daßLiebe oder etwas dergleichen bei uns ins Spiel kam — nein, da-zu waren wir vielleicht noch ein wenig zu jung; wir gehorchten bloSeinem Antriebe, der wie Ruprecht sich ausgedrückt haben würde,,diese« Resultat herbeiführte!'