Druckschrift 
18 (1845) Miles Wallingfords Abenteuer zu Land und zur See
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

Vorkenntnifse besaß, wurden wir i» wenigen Wochen fertig; dannging'S hinter die Trigonometrie mit Einschiebung der anwendbarstengeometrischen Sätze. So weit war ich gekommen, als der Todmeiner Mutter unsere Familie heimsuchte.

Was mich betrifft, so will ich nur freimüthig gestehen, daßich gegen das Studiren eine starke Abneigung hegte. Man konntemich zwar zwingen, der Jurisprudenz obzulicgen: sie aber auchpraktiziren nein, das wollt' ich nicht, dazu war ich fest ent-schlossen. Ich hatte eine kleine Ader von Hartnäckigkeit in meinemWesen, welche mich, selbst wenn meine Mutter am Leben gebliebenwäre, in einem solchen Entschlüsse wahrscheinlich bestärkt hätte, ob-gleich ich, ihren Wünschen zulieb, es gewiß am Ende bis zum Praktizirengetrieben haben möchte. Sogar noch jetzt, da sie verblichen war,hätte ich gar zu gerne gewußt, ob sie eine Weisung, einen Wunschin diesem Punkte geäußert habe, welche ich Beide als Gesetz heiliggehalten hätte. Ich sprach darüber mit Ruprecht und fühlte michdurch den Leichtsinn, mit dem er die Sache behandelte, recht un-angenehm berührt.

Muß es Deinen Eltern jetzt nicht ganz einerlei sehn," äußerteer, das ,jetzt< mit einem Nachdrucke betonend, der mir die Nervenangriffob Du Advokat, Kaufmann oder Doktor wirst oder obDu hier auf Deinem Gute bleibst und, wie Dein Vater, dem Land-bau obliegst?"

Mein Vater ist Seemann gewesen," gab ich blitzschnell zurAntwort.

Das ist wahr ein edler, männlicher Beruf, ganz einesGentleman würdig. Ich habe noch nie einen Seemann gesehen,den ich nicht um diesen Vorzug beneidet hätte. Denk nur, Miles,von uns Beiden ist noch keiner in der Stadt gewesen, währendDeiner Mutter oder vielmehr Deine eigenen Bootsleute regelmäßigeinmal in der Woche dahin gehen? Ich wollte die Welt darumgeben, wenn ich ein Seemann werden könnte."