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Zärtlichkeit, ihre Wange» vom blässesten Nosenroth überhaucht undihr Lächeln so voll von Zartheit und überstrümender Güte, daß es ihrmehr als einmal gelang, mein rauheres, heftigeres Temperamentdadurch zu bezähmen, wenn die Leidenschaft mich Hinzureißen drohte.Ihre Gestalt würden Manche vielleicht für allznzart, ja fast fürzerbrechlich gehalten haben, wiewohl ihre Umrisse für einen Bild-hauer dag zarteste Modell zu seinen Studien abgegeben hätten.
Auch Lucy war sehr hübsch, besonders hatte sie einen herrlichenWuchs, doch würde sie bei dem Ueberflnsse von Schönheit, mit welchemdie Natur die Jugend unseres Vaterlandes überschüttet hat, in einereinigermaßen großen Versammlung junger Amerikanerinnen wohlkaum Beachtung gefunden haben. Gleichwohl war ihr Gestchtchenäußerst lieblich und die Rabenschwarze ihrer Lücken, das tiefe Blauder Augen und das Blüthenweiß ihres Teints bildeten gegen einandereinen sehr anziehenden Kontrast; dabei trugen ihre Wangen einlebhaftes Roth, das mit jeder neuen Regung wechselte. Ihre Zähnebesonders waren von einer Schönheit, daß man hätte wochenlangumherreisen können, um ihres Gleichen zu finden, und so sehr ihrauch dieser Vorzug unbekannt zu seyn schien, so halte sie doch einenatürliche Weise an sich, dieselben sehen zu lassen, welche sogar einweniger anziehendes Gesicht höchst angenehm gemacht hätte. IhreStimme und vornehmlich ihr Lachen war rein unwiderstehlich, wenndas Glück sorgenfreier Jugend sie belebte.
Es hieße vielleicht zu weit gegangen, wenn ich behauptenwollte, es sey je auch nur ein einziges menschliches Wesen für dieSchönheit des eigenen Selbst gänzlich unempfänglich gewesen; dochglaube ich kaum, daß eines von uns Vieren, mit Ausnahme Ru-prechts, bis zu dem Zeitpunkte, bei welchem wir eben stehen, jemalsan etwas der Art gedacht hatte, wenn'S nicht um der Andern willengeschehen war. Ich wußte, sah und fühlte, daß meine Schwesterweit schöner aussah als alle jungen Mädchen ihres Alters und