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ohne daß seine edle Gestalt sich ihrer Phantasie dargestellt hätte.Er lebte noch in ihrem Herzen, — ein Tempel, aus welchem sieihn nicht zu vertreiben wünschte.
Was den Dcccm betrifft, so hatten Alter, Krankheit und inne-rer Kummer ihn dem Grabe nahe gebracht. Die Leidenschaften,welche den gesunden Mann so bewältigt hatten, zehrten jetzt an sei-ner Lebenskraft und umschwirrtcn, wenn wir so sagen dürfen, wieTodesvögel sein Sterbelager.
Vielleicht hätte er sein Leben noch Monate, möglicherweise Jahrelang gefristet, hätte sich der böse Geist der Habgier nicht mit derKrankheit, welche seine physische Kraft lähmte, verbündet, um ihnvon der Erde wcgzuraffen.
Kurz, es stand sehr bedenklich mit ihm, und selbst der geschickteDoktor Sage hatte Mary nicht verhehlt, daß ihr Oheim wahrschein-lich nicht mehr lange leben werde.
Es ist wunderbar, wie plötzlich die Theilnahme an einem rei-chen Manne bei seinen Verwandten und möglichen Erben erwacht,wenn seine letzte Stunde hcrannaht. Man wußte, daß DccanPratt vcrhältnißmäßig reich war, wie inan glaubte, besaß er drei-ßig bis vierzig tausend Dollar, was bei den East-Endern vor drei-ßig Jahren als Ncichtbum galt, und es sammelten sich jetzt um seinLager alle Insassen des alten Suffolk, welche auf gesetzliche Weiseirgend einen Anspruch darauf hatten, von dem Sterbenden bedachtzu werden.
In diesem Augenblicke war Mary Pratt, welche ihn so langein seiner Krankheit gepflegt und seine Leiden gemildert hatte, zueiner sehr unbedeutenden und untergeordneten Rolle genöthigt. An-dere, welche mit dem Sterbenden in gleichem Grade verwandt wa-ren, und zwei nähere Verwandte, ein Bruder und eine Schwester,hatten ihre Ansprüche und waren keineswegs geneigt, diese in denHintergrund drängen zu lassen.
Gern hätte Mary Pratt an dem Lager ihres Oheims gebetet,