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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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rcn. Ach, die Robbenjäger fühlten keine Sehnsucht mehr nach sol-cher Beute! Sic dachten nicht mehr an Gewinn, sondern an dieRettung ihres Lebens, an die Rückkehr in die bescheidene Stellung,welche sie vor dem Antritte dieser unseligen Reise in der Welt innegehabt hatten!

Dieses Wiedcrcrscheincn der Robben machte ans Roswell Gar-diner einen tiefen Eindruck. Sein Geist war in der neueren Zeitmehr und mehr der Betrachtung religiöser Vorwürfe zugewendet,und er unterhielt sich mit Stephan noch öfter, als er früher gethanhatte. Nicht als hätte der Bootsteuercr ihn durch sein Wissen überdiese wichtigen Fragen belehren können, denn dazu war Stimsonganz ungeeignet, sein Offizier fand aber Aufmunterung in derTiefe und Innigkeit des Glaubens dieses alten Mannes, einesGlaubens, der über jeden Zweifel und jede Unsicherheit weit er-haben schien.

Während den düstersten Augenblicken dieses schreckcnvollen Win-ters war Stephan stets gleich ergeben, vertrauensvoll und heitergewesen. Man hatte ihn nicht ein einziges Mal schwanken oderbeben sehen, während Alle um ihn bangten und das Schlimmsteerwarteten. Sein Herz war in dem Maße leicht, als sein Glaubestark war.

Wir werden weder erfrieren, noch verhungern," pflegte erzu sagen,wenn es nicht Gottes Wille ist, und sollte dieß seinWille sein, dann seid überzeugt, Freunde, daß es zu unsermBesten ist."

Daggett hatte endlich seinen Anhalt an dem Wrack aufgegebenund schien nicht mehr daran zu denken. Als man ihm sagte, dieRobben zeigte» sich wieder, erglänzten seine Augen und es war,als erwache seine frühere Habgier von Neuem. Es war aber nurdas Aufsprühen des Geistes des früheren Menschen, und er fielbald wieder in die Dämmerung zurück, welche jetzt alle seine An-sichten von der Welt zu umhüllen begann.