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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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'Müll

sein Falle, und da er dieß wußte, ertrug er die Schmerzen mit derStandhaftigkeit eines Seemannes.

Der Tag war noch nicht angebrochen, als man ihn von sei-ner Qual erlöste und auf sein Lager zurückbrachte, welches mitt-lerweile sorgfältig hergerichtet und mit dem fast unerhörten Luxus-artikel von Bett-Tüchern, und einer zweiten Decke versehen wor-den war.

Man sagte den Leuten, sie sollten ein wenig zu schlafen suchen,und Stephan bemerkte bei dieser Gelegenheit:

An leeren Pritschen fehlt es nicht und jeder von uns kannso viele warme Decken finden, als er nur wünscht, nachdem ein sogroßer Theil der Mannschaft, wenn man so sagen darf, in demStolze der Jugend und Kraft, ihrer großen Abrechnung entgegengeeilt ist."

Thätigkeitstrieb, die Verantwortlichkeit seiner Stellung und dieeindringliche Nothwendigkeit, sich Bewegung zu schaffen, hieltenRoswell ab, viel über das, was sich begeben hatte, nachzudenkcn,bis er sich niederlegte, um ein wenig Schlaf zu erhaschen.

Jetzt freilich trat ihm das ganze, düstere Gemälde vor das gei-stige Auge und er fühlte lebhaft, welchen Gefahren er bloßgestelltgewesen und wie augenfällig die Gnade der göttlichen Vorsehungüber ihn gewacht hatte. Von Leichen so zu sagen umgeben, unddes Looses der noch Ueberlebenden nicht vergewissert, ward er ge-wahr, wie das Zuversichtliche, Hoffnungsreiche seiner Ansichten vonVergangenheit und Zukunft schwächer und schwächer wurde. DieMajestät Gottes und sein Gericht traten lebhafter, denn jemals, vorseine Seele, und seine Selbstüberschätzung verwandelte sich in De-muth und Hingebung.

Inmitten aller dieser Wechsel und Gefühle und Ansichten standjedoch ein Bild unverändert vor der Seele des jungen Mannes.Mary mit ihrem sanften, lieblichen, blühenden Antlitz nahm denHintergrund jenes Gemäldes ein. Wenn er an Gott dachte, waren

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