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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
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Seit vollen vier Wochen haben wir Nichts von ihnen gesehen,und keine Sylbe von ihrem Thnn und Gehaben gehört."

Diese Trennung gefiel mir nie, Kapitän Gar'ner," versetzteder Bootsteuerer,und jede Stunde gefällt sie mir weniger. Be-denkt , wie heilsam es für diese jungen Leute gewesen wäre, wennsie nur das Buch aller Bücher jeden Morgen und Abend hättenverlesen hören, Herr."

Dieses gute Buch scheint alle Eure Gedanken zu beschäftigen,Stephan, ich wollte, ich hätte Euren Glauben."

Das wird mit der Zeit kommen, Herr, wenn Ihr nur dar-nach strebt. Ich kann Euch sagen, daß cs kaum ein verhärteteresHerz geben kann, als das meinige noch vor fünf Jahren war, ichwar als Christ weit schlimmer, Kapitän Gar'ner, als Ihr jetztnach meinem Bedünken seid, denn während Ihr in Betreff der gött-lichen Natur unseres Heilandes Zweifel hegt, war ich ein wahrerHeide. Meine einzige Gottheit war die Welt, und überdieß eineWelt, wie ein armer Matrose sie kennt. Ich war kaum besser alsder Wildeste unserer Wilden."

Ihr scheint unter Allen, welche mich begleitet haben, der Zu-friedenste und Glücklichste. Ich könnte nicht sagen, daß ich auchnur eine Spur von Furcht an Euch bemerkt hätte, als unsere Lagedas Schlimmste erwarten ließ."

Es wäre sehr undankbar, Herr, wenn ich nicht ans die Vor-sehung vertraute, die so viel für mich gethan hat."

Ich wünschte innigst, ich könnte, wie Ihr, glauben, Jesussei der Sohn Gottes."

Entschuldigt mich, Kapitän Gar'ner, eben weil Ihr dießnicht innig wünscht, glaubt Ihr es nicht. Ich kann mich, denkeich, ganz in Eure Gefühle versetzen, Herr. Ich trug mich selbstmit ähnlichen, obgleich sie keinen so hohen Flug nahmen. Ich warzu unwissend, um aus meinen Verstand und mein Urtheil sehr stolzzu sein, und entsagte bald jeder Ansicht, welche gegen die heilige