Druckschrift 
29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
363
Einzelbild herunterladen
 

363

länge, die zu entdecken, welche die meisten Ansprüche darauf hät-ten, würde jeder Dollar zn einem mildthätigen Zwecke verwendetwerden.

Ach, Mary kannte die Welt wenig. Eine solche öffentliche An-zeige würde wahrscheinlich eine Menge ehrloser Leute veranlaßt ha-ben, auf das Gold Anspruch zu machen, und nicht eine einzigeDublone wäre in die Hände der wahren Eigenthümer gekommen,hätte sie auch allen Angaben solcher Menschen Glauben geschenkt.

Alles dieß brachte jedoch den verlorenen Roswell nicht zurück.Der zweite Winter brach mit seinen Frösten, Stürmen und Kühl-ten herein, um die Angst stets wach zu erhalten, indem er das wildeMeer immer vor den Augen in Aufruhr brachte. Keine Woche ver-ging , ohne daß der Decan einen Brief von einer Gattin oder einerMutter, oder einer Schwester, oder einem schüchternenVäschen"des oder jenes Matrosen erhielt, welcher mit Roswell Gardiner indem Seelöwen von Oyster-Poud abgcrcist war und nach dessenSchicksal man sich erkundigte.

Selbst die von Martha's Vineyard ließen anfragcn, und in derArt, wie diese Fragen laut wurden, sprachen sich Besorgniß undAngst aus. Jede Stunde steigerte sich des Decans Seclenqual,bis es Allen um ihn klar ward, daß diese Angelegenheit in Ver-bindung mit anderen, vielleicht mehr physischen Gründen seine Ge-sundheit ernstlich untergrub und sein Leben bedrohte. Nichts kannden traurigen Einfluß der Habgier, welche diesen Mann beseelte,lebhafter zeichnen, als der Umstand, daß er selbst, che das Daggettentrissene Geheimuiß irgend ein Ergebniß herbcigeführt hatte, fastganz in der Lage jenes kranken Seemannes war, und eben so wenigAussicht hatte, von seinem Geheimnisse Nutzen zn ziehen, wie derMann, welcher ihm dasselbe zuerst mitgetheilt hatte.

Mary sah all' dieß und trauerte fast eben so sehr über die Ver-blendung und den weltlichen Sinn ihres Oheims, wie über das