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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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So verhielt es sich mit Mary Pratt und zumal mit ihremOheim, dem Decan. Eine der einfachsten Fragen in der physischenGeographie war für Beide hebräisch, weil die Befähigungen, mitwelchen die Vorsehung sie begabt hatte, solchen nützlichen Kennt-nissen nie zugewendet worden waren. Während aber der Geist die-ses edcln Wesens über diese einfache und für den, welcher ihr eineStunde Nachdenken widmen will, leicht verständliche Frage imDunkeln war, erfaßte er mit wunderbarer Klarheit ein anderesGeheimniß, welches Tausende von Gelehrten, und Ungelehrten zu-mal, verwirrt hat. Für ihren Verstand war nichts klarer, keinemoralische Wahrheit lebendiger, keine natürliche Erscheinung ge-wisser, als die Menschwerdung des Sohnes Gottes. In der Fülleder göttlichen Gnade hatte sie den Beweis dessen, was kein Augegesehen, und war in diese größte aller Lebensangelegenheiten ein-geweiht, während sie nicht einmal fassen konnte, wiedie Hinnei-gung der Erdachse zu der Fläche ihrer Bahn" den Wechsel derJahreszeiten hcrbeisühren könne. Und war es so mit ihrem Oheim, mit ihm, der ein Pfeiler des Bethauses war, dessen man oftals einesglänzenden Lichtes" gedachte, und welcher in der Nach-barschaft in einem Grade mit der Religion selbst verwechselt wurde,daß Manche an Decan Pratt dachten, wenn sie an den Erlöserhätten denken sollen? Wie furchtbar, er verstand von der einenFrage so wenig wie von der andern.

Es ist sehr außerordentlich," begann der Decan wieder, nach-dem er einige Minuten über die Sache nachgedacht hatte,aberich denke, es ist so. Wenn diese Hinneigung zu dem kalten Wetternicht wäre, könnten unsere Schiffe unter dem schönsten Himmel,welchen wir hier im Juni haben, nach Robben jagen. Ich glaubejedoch, Mary, dieß sollte nicht sein, und darum ist es nicht."

Wahrscheinlich würde es keine Robben in der Südsee geben,wenn kein Eis dort wäre. Wie ich höre, lieben diese Thiere dieÄie Sceliiwen. L3

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