339
war, w i e lang, konnte bei dem Mondlichte nicht genau bestimmtwerden.
Diese Wasserstraße führte jedoch unmittelbar auf die Eisbergenieder, welche jetzt weniger als eine Meile fern standen. Daggetthielt sich nicht mit weiteren Nachforschungen auf, sondern ließ, mitNoswell dicht an feiner Seite, entlang steuern. Nach zehn Minutenkamen sie jener wilden, prachtvollen Trümmcrstadt von Alabaster,welche in der Südsce umherschwamm, ganz nahe.
Trotz der drohenden Gefahr, in welcher jetzt die beiden Schoo-net schwebten, war es unmöglich, sich dieser großartigen Natursceneohne Gefühle der Bewunderung und des Schreckens zumal zunähern. Bangen lastete ohne Frage auf jeder Brust, aber diesemGefühle gesellte sich in der Seele jedes Seemannes Neugierde,Staunen, selbst Entzücken zu.
Wie die Schiffe in die Mitte der Eisberge niedertrieben, trugAlles dazu bei, diese Bewegung in jedem Sinne eindringlich, ineinem furchtbar zu machen.
Dort lag das ungeheuere Labyrinth schwimmender Berge, indieser Stunde fast überall von gespenstischem Weiß, obgleich ein-zelne Massen gefälligere Farben zeigten, andere schwarz wie dieNacht waren. Die Einschnitte zwischen den Bergen oder das, wasman die Straßen und Gaffen dieser geheimnißvoll anssehenden,phantastischen und doch erhabenen Seestadt nennen könnte, warenzahlreich und von jeder Größe. Einige waren breite, gerade Zu-gänge , die eine Stunde in der Länge hatten, andere schmal undgewunden, da und dort waren bloße Einschnitte, welche als Gäß-chen gelten konnten.
Als die Schooner fast eine Stunde innerhalb der Berge waren,fühlten sie die Gewalt des Sturmes weit weniger, und das Hebenund Sinken der Wellen verminderte sich merklich. Die Eisschossenwaren, was man kaum zu erwarten gewagt hätte, in den Wasser-straßen der Berge gänzlich verschwunden, und eS stellte sich der