die Gefahr vor sich sicht, wird sein Gehaben umsichtiger und zweck-mäßiger, als das des Furchtsamen.
Als Daggett zuerst die ungeheuren Eisschossen zu Gesicht be-kam, welche, von dem unruhige» Meere aufgeregt, knirschend gegeneinander brachen und ein Rauschen gleich dem der Brandung anFelsengestadcn, nur weit lauter und mit einem dumpfen Getöse,welches darthat, das; nicht Wasser, sondern ein festerer Körper an-schlng, zu seinem Ohre drang, befahl er fast instinktmäßig, allesTuch, das noch loS war, back zu legen und die Nase des Schoonersso nahe, als sein Bau cs erlaubte, an den Wind zu bringen.
Roswell bemerkte den Wechsel in der Segcllinie seines Gefähr-ten, so unbedeutend derselbe auch war, und folgte dem Beispiele.Die See war viel zu schwer, als daß man an ein Vieren hätte den-ken dürfen, auch fehlte es an Raum zu einer solchen Bewegung.So nahe waren bereits einige der Schossen, welche man als dieNachzügler des großen Heeres ansehen konnte, daß beide Schiffedurch die vorspringcndcn Seiten derselben leichte Stöße gefühlthatten. Es war sichtbar, daß die Schiffe in das Eis cintraten,und daß Daggett nicht einen Augenblick zu früh seinen Wind an-geholt hatte.
Die nun folgende halbe Stunde war von mächtigem Interesse.Sic entschied über die Frage, ob die Schooner, um der Gefahr zuentgehen, hinreichend Kraft hätten, in den Wind zu treten odernicht. Schoß folgte auf Schoß, Stoß auf Stoß, bis der Kurs nachvornen Plötzlich durch Eisfelder geschlossen schien, welche sich, soweitdas Auge reiche» konnte, nach Süden ausdehnten.
Es blieb keine Wahl mehr übrig, man mußte suchen zu vieren.Daggett sah kaum, wie die Dinge standen, als er auch schon befahl,das Steuer zu heben und die große Gaffel nicderzulassen. In die-sem Augenblicke waren beide Schooner unter ihren Klüvern undFocksegeln, beide ohne Bonnctten und unter doppelt cingerefftengroßen Segeln. Dicß war keine sehr günstige Leinwand, um zuDie Seeliiwc». 22