machen. Der Gedanke, von seiner Habe überhaupt zu scheiden,war ihm zu peinlich, als daß cs ihm eingefallen wäre, ein Testa-ment zu machen, und ohne ein solches gab es Leute, welche ihrenAntheil an dem Nachlasse anzusprechen nicht abgeneigt waren.
Der Decan wußte dieß Alles sehr gut, und es beunruhigteihn zuweilen, besonders seit er seine Kräfte allmählig schwindenfühlte. Er war einmal sogar so weit gegangen, daß er aus einBlatt Papier „in dem Namen Gottes, Amen!" schrieb, allein dieAnstrengung war zu groß für ihn, und er stand von seinem Vor-haben ab.
Demungeachtct liebte Decan Pratt seine Nichte, und war sehrgeneigt, in ihr die Gattin des „jungen Gar'ners" zu sehen, beson-ders wenn er „glücklich" von seiner Reise zurückkehrte.
„Unverändert!" wiederholte der Oheim langsam; „du wür-dest ihn gewiß nicht heirathen mögen, wenn er sich geänderthätte?"
„Ich meine dieß nicht in dem Sinne, in welchem Ihr esnehmt, Oheim. Wir wollen aber jetzt nicht davon sprechen. War-um sollte Roswcll sich in Westindien aushaltcn? Unsere Schiffepflegen dort nicht anzulegen."
„Ganz richtig. Wenn Gar'ner dort vor Anker geht, muß dießallerdings einen sehr ungewöhnlichen Grund haben, und zwar einenGrund, der unser Glück mächtig fordern kann, das deinige, sowiedas scinige und meinige, Mary."
„Ich hoffe. Robbenfänger geben sich nie mit der Verschiffungvon Sclaven ab, Oheim?" rief das Mädchen mit dem Ausdruckereger Besorgniß auf ihrem lieblichen Gesichte. „Ich wollte lieberarm leben und arm sterben, als damit das Geringste zu schaffenhaben."
„Ich sehe kein so großes Unrecht in diesem Handel, Mädchen,aber Roswelbs Auftrag in Westindien ist nicht dieser Art. Es istein großes Geheimniß, warum er dort anlegt, und ich darf dir