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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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sein Stolz war verwundet. Er biß sich in die Lippe, schwieg einenAugenblick, und sagte dann sehr bestimmt, aber männlich undnachsichtsvoll:

Ich will Euch sagen, wie es steht, Daggctt, Kameradschaftist Kameradschaft, und die Flagge ist die Flagge. Es ist eines jedenUankee-Seemanncs Pflicht, an denStreifen" sestzuhalten, undich bin gewiß so bereit, wie jeder Andere, in dieser Hinsicht meinerPflicht zu genügen, mein Schiffshcrr rechnet aber streng und ge-nau, und ich bin sehr geneigt, zu glauben, er bekümmere sich umdiese Art Gefühle weniger, als wir Beide. Der Decan war nie inblauem Wasser."

Ich glaub' cs wohl. Er hat eine reizende Tochter nicht,Gar'ner?"

Ihr meint seine Nichte, denk' ich," versetzte Noswell errö-thend.Der Decan ist, so viel ich weiß, stets kinderlos gewesen.Mary Pratt ist seine Nichte."

Es ist ziemlich gleichgiltig, Nichte oder Tochter, sic ist hübsch,und wird, höre ich, reich sein. Nun, ich bin arm, und was mehrist, ein Krüpp e l."

Noswcll hätte den Vineyarder zerschmettern mögen, denn erverstand diese Anspielung hinreichend, er hatte aber Selbstbeherr-schung genug, um nichts von dem zur Schau zu stellen, was inseinem Innern vorging.

Es ist stets leichter, auf das Herz eines edlen, großmüthigenMannes zu wirken, als ihn durch Gewalt oder Furcht leiten zuwollen. Roswell hatte nie daran gedacht, Dagget in dieser Jah-reszeit und in dieser Breite zu verlassen, und er mochte jetzt nochweniger daran denken, da er sah, daß man seinem Thun einen fal-schen Beweggrund unterschieben könnte.

Ihr habt doch gewiß nicht im Sinne, den Winter hierznbringen zu wollen, Kapitän Daggett?" sagte er nach einer kur-zen Pause.