236
son nahm das Fernrohr und bestätigte seines Kapitäns Ansicht. Aufdieser öden, trostlosen, weiten See glich es einem Fleck, aber dieKunst des Menschen setzte die an seinem Bord in den Stand, essicher durch die stürmischen Wogen zu leiten, und mit einer Rasch-heit, welche, alle Umstände erwogen, in der That wunderbar schien,an sein Ziel zu führen.
„Wenn wir daran gedacht hätten, Kapitän Gauner," sagteStephan, so hätten wir eine Flagge mitgebracht und sie ans diesenFelsen aufgesteckt, um diese Vineparder wissen zu lassen, wo wirzu finden sind. Wir können jedoch auslausen, und ihnen entgegengehen, sofern dieser Wind anhält."
„Ich habe nicht im Entferntesten die Absicht, etwas dieser Artzu thun, Stephan. Ich bin absichtlich hier eingclausen, um jenenSchooner los zu werden."
„Ihr setzt mich in Erstaunen, Herr. Ein Gefährte ist nicht zuverachten, wenn ein Schiff in einer hohen Breite auf Robbenfangausgeht. Das Eis ist zuweilen ein so kitzliches Ding, daß ich fürmeine Person stets froh bin, wenn ich weiß, daß sich eine Mög-lichkeit bietet, einem Burschen, der Schiffbrnch gelitten, an ein ge-sundes Bord zu helfen."
„Dieß Alles ist sehr richtig, cs kann aber Gründe geben, welchedagegen sprechen. Ich habe von Inseln gehört, welche von Robbenwimmeln, und man bedarf keinen Gefährten, um sie auszunchmcn,wie dieß bei einem Schiffbruch der Fall ist."
„Dieß ändert die Sache, Kapitän Gar'ncr. Niemand ist ver-bunden, sein Robbenbereich bekannt zu machen. Ich bin an Bordeines der ersten Schiffe gewesen, welche entdeckt haben, daß dieSüd-Shetlands Hauptplätze für den Robbenfang sind, und Keinervon uns hielt es für nöthig, dieß aller Welt zu verkündigen.Manche Leute haben die Schwachheit, solche Entdeckungen in denZeitungen bekannt zu machen, was mich betrifft, so reicht es, glaubeich, hin, wenn man sie im Logbuch einträgt."