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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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Elftes Kapitel.

Mit nasser Mähne, glattem Felle,Entwindet taumelnd, dampfend,

Mein Nos; sich mühevoll der Welle,

Fest des Gestades Boden stampfend.

Lord Nyron.

Roswcll Gardiner glaubte freier zu athmen, als sie die Insel-gruppen aus dem Gesichte verloren und die letzte Klippenkettc inden westlichen Wellen versank. Er hatte jetzt Amerika hinter sich,und hoffte nichts mehr davon zu sehen, bis er den wohlbekanntenFelsen umschiffte, welcher den Weg in den prachtvollsten aller Häfender Erde, die Bai des Rio de Janeiro, andeutct. Die Reisendensind uneins, ob sie diesem Hafen, oder denen von Neapel und Kon-stantinopcl den Vorzug geben sollen. Jeder hat gewiß seine beson-deren Ansprüche an unaussprechliche Schönheit, welche man in dasAuge fassen muß, wenn man die Frage lösen will.

Von Außen gesehen ist Konstantinopel mit seinen Minarets,mit seinemgoldenen Horn" und dem Bosphorus wahrscheinlichder glorreichste Fleck auf der Erde. Wenn man die Berge um Nea-pel besteigt, die Golfe von Salerno und Gacta, sowie die näherenGewässer, die Campagna Felice und die Denkmäler der Vergangen-heit, Alles in dem Zauber einer italienischen Atmosphäre über-schaut, überzeugt man sich, daß etwas Achnliches nirgends wiederzu finden sei. Wenn man aber in die Bucht von Rio eintritt, unddieses ganze edle Rundgemälde in das Auge saßt, wird selbst derVielgereiste von dem erhabenen, bezaubernden, lieblichen Bildehingerissen, welches ihm hier entgegentritt. Der zaubervolle Reizist die Eigenthümlichkeit Italiens, wie gewiß Alle gefühlt haben,die seinem Einflüsse nahe kamen, allein diesen Zauber theilen alleGegenden niedriger Breitegrade mehr oder weniger.