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Alles geht so fein und unverschämt vor sich, daß der Unglücklicheoft glaubt, er sei das Opfer einer schweren Heimsuchung des Him-mels, während er eigentlich nur bestohlen worden ist.
Wir wollen jedoch nicht behaupten, Decan Pratt sei ein Diebgewesen. Er war bloß ein in der Handhabung seiner Geschäfte harterMann, er betrog nie in dem strengen Sinne des Wortes, aber ergestand edel» Gefühlen und den Pflichten gegen unseres Gleichenselten einen Heller zu. Er war Wittwcr und kinderlos, —Verhältnisse, welche seine Habgier noch unverzeihlicher machten;denn Viele, die um ihretwillen gegen das Geld gleichgiltig sind,mühen sich ab und sparen, um für die, welche sie zurücklasscn,Schätze anfzuhäufen.
Der Decan hatte nur eine Nichte zur Erbin seiner Habe, cshätte ihm denn gefallen müssen, über diesen Verwandtschaftsgradhinauszngchen und einen Theil seines Vermögens entfernteren An-verwandten zu vermachen. Die Kirche — oder das „Bethaus" -—hatte jedoch ein Auge auf seinen Geldkasten, und man raunte sichin die Ohren, es sei ihr durch nur ihr bekannte Mittel bereits ge-lungen , seiner so fest geschlossenen Hand eine Summe von nichtweniger als hundert Dollars als Geschenk für ein gewisses theolo-gisches Seminar zu entwinden. Nach den Muthmaßungcn mancherLeute war dicß nur der Anfang einer religiösen Freigebigkeit, undder vortreffliche, gottselige Decan ließ hoffen, er werde fast überseine ganze Habe in gleicher Weise verfügen, wenn der Augenblickherannahte, wo sie ihm selbst von keinem Nutzen mehr sein könne.Diese Ansicht fand bei manchen frommen Frauen, welche selbstTöchter hatten, das günstigste Gehör, und sie verfehlten selten, ihreBetrachtungen über diesen anziehenden Gegenstand mit einer Be-merkung dieser Art zu schließen- „Nun, in diesem Falle — undmir scheint Alles auf einen solchen Ausgang hinzudcuten — wirdMary Pratt nicht mebr bekommen, als irgend eines andern armenMannes Tochter."