I?
Kaiser Lonstantin im König Norhcr.
V.
(Zu S. 308.)
Kaiser Alexius als Kaiser Constantinus in dem Alt-deutschen Gedicht: König Rother.
Der alte deutsche Dichter, von welchem in der lieblichenDichtung: König Rother, die alte Fabel von der Wer-bung eines Königs um die Tochter eines andern Königs mitbewaffneter Hand und in der furchtbaren Begleitung einerRiesenschar, welche in der nordischen Sage durch denKönig Osantrix von Wilkinaland am Hofe deS KönigsMeliaS von Hunaland geschieht, nach Constanrinopel verlegtwurde, gehört schon nach der Sprache seines Gedichts (inden: Deutschen Gedichten des Mittelalters, herausg. vonF. H. v. d. H agen und I. G. Büschin g, Th. 1 .) demZeitalter der Kreuzzügc an. Aus manchen einzelnen Zügenin seiner Dichtung erhellt noch, daß er entweder selbst unterden begeisterten Helden sich befand, welche zur BcfreynngdeS heiligen Grabes auszogen, und in Constantinopel selbstZeuge war der Angst und Furcht des Kaisers AlexiuS sowohlals der übrigen Griechen vor den ungeschlachten Kreuzrittern,welche von griechischer Einsamkeit, Zurückhaltung und Höf-lichkeit nichts wissen wollten, oder daß ihm wenigstens vonsolchen Pilgern, welche diese abentheucrliche Furcht der Grie-chen gesehen, viel davon war erzählt worden.
In der Beschreibung der Ricscnschar, welche der RieseASprian dem König Rother zuführt, als dieser nach Con-stantinopel zu ziehen beschließt, um seine vom Kaiser Con-stanttn in einen Kerker geworfenen Gesandten zu befreycnund den Kaiser zu nöthigen, daß er seine Tochter ihm zurn. Band. b