Der verzauberte Birnbaum-
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allein bei sich behielt, verschloß sie sich von innen, hießden Nikostratus sich der Länge lang auf einen Tisch nie-derlegcn, steckte ihm die Zange in den Mund, ergriff ei-nen seiner Zahne, und mochte er nun vor Schmerz auchschreien so stark er wollte, er wurde von der Einen fest-gehalten, so lange bis ihm die Andere mit aller Gewalteinen Zahn hcrausgezogen hatte. Diesen hob Lydia aufund nahm einen andern ganz verfaulten hervor, welchensie schon in der Hand hielt und dem wehklagenden, bei-nahe halbtodten Manne zeigte, indem sie sprach: „Siehe,was Du nun schon so lange in Deinem Mund gehabthast!" >— Dieser glaubte es, und obschon er gewaltigeSchmerzen ausgestanden und noch immerfort viel jam-merte, so dünkte er sich doch, nachdem der Zahn einmalheraus war, wie geheilt; und durch einige stärkende Mit-tel erquickt, verließ ec, als der Schmerz anfing, geringerzu werden, das Gemach; die Dame aber nahm den Zahnund schickte ihn alsbald ihrem Geliebten. Dieser, ihrerLiebe nun gewiß, erklärte sich zu jedem ihrer Wünsche bereit.
Die Dame, in dem Verlangen, ihn noch mehr zu ver-gewissern, wollte, da jede Stunde ihr tausend dünkten,bis sie mit ihm zusammen käme, nun auch noch Das er-füllen, was sie ihm zuletzt versprochen hatte, und stelltesich zu diesem Ende krank. Und als sie nun Nikostratuseines Tages nach dem Essen besuchte, und sie Niemandweiter als Pyrrhus bei ihm sah, bat sie ihn, daß sie ihrzur Erleichterung ihres Zustandes helfen möchten, in denGarten hinabzusteigen. Deshalb nahm sie denn Niko-stratus an der einen und Pyrrhus an der andern Seite,und trugen sie in den Garten, wo sie sie auf einer klei-nen Wiese am Fuße eines schönen Birnbaums nieder-setzten.
Als sie hier eine Weile gesessen, sagte die Dame,welche den Pyrrhus schon von Dem unterrichtet hatte, waser zu thun habe: „Pyrrhus, ich fühle großes Verlangen,von diesen Birnen zu haben; steig darum hinauf und