Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
101
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Einleitung.

IVI

Es schließt deS Dekameron vierter Tag, und es beginntder k ü n t t e,

an dem unter FiammettenS Regiment von den Glücksfällen er-zählt wird, die nach widrigen und betrübenden Ereignissen Lie-bende betrafen.

Echon stand der Osten in weißem Glanze, und schonerhellten die Strahlen der ausgehenden Sonne unsere ganzeHalbkugel, als Fiammetta von den süßen Gesängen derVögel, die des Tages erste Stunde mit frohen Kehlenvon Baumen und Strauchern verkündeten, erwachte und,wahrend sie selber aufstand, die übrigen Mädchen und diedrei Männer rufen ließ. Langsamen Schrittes gingen siedann auf das niedrig gelegene Feld hinaus und lustwandel-ten unter mancherlei Gesprächen in der weiten Ebene aufthauigem Grase, bis die Sonne schon ziemlich hoch amHimmel stand. Als aber die Sonnenstrahlen schon zubrennen ansingen, wandte die Königin ihre Schritte nachdem Saale zurück, wo die Gesellschaft sich auf ihr Ge-heiß zuerst mit trefflichem Weine und mit Gebackenemvon der geringen Anstrengung erholte, die sie sich gemacht,und alsdann in dem anmuthigen Garten bis zur Essens-zeit ihrem Ergötzen nachging. Inzwischen bereitete derverständige Seneschall die Tafel, und als die Stunde heran-gekommen war, und man noch ein Zitherlied und ein oderein paar Tänzerliedchen gesungen hatte, setzten auf derKönigin Anordnung Alle fröhlich sich zum Essen. Wäh-rend der Tafel walteten Anstand und Munterkeit; nach