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Erster Tag. Erste Geschichte.
wenn Das geschähe, was Ihr voraussetzet: aber es sollschon anders gehen. Ich habe bei meinen Lebzeiten un-serm Herrgott soviel zu Leide gethan, daß jetzt, wo ichsterbe, ein Streich mehr auch keinen Unterschied machenwird. Darum schafft mir nur den erfahrensten und frömm-sten Mönch herbei, den Ihr zu finden wißt, und, habtIhr den, so laßt mich nur machen, ich werde Eure undmeine Angelegenheit schon so besorgen, daß Alles gut seinsoll und Ihr Ursache habt, zufrieden zu sein." Obgleichdie beiden Brüder daraus noch keine besondere Hoffnungschöpften, so gingen sie doch in ein Mönchskloster undverlangten nach einem frommen und verständigen Manne,der einem Italiener, welcher bei ihnen krank läge, Beichtehören könnte. Man gab ihnen einen bejahrten Mönchmit, der ein heiliges, musterhaftes Leben führte, ein großerSchriftgelehrter und gar ehrwürdiger Mann war und beiallen Mitbürgern in besonderem und hohem Ansehen derHeiligkeit stand. Diesen brachten sie zu dem Kranken.
Als er in die Kammer, wo Chapelet lag, eingetretenwar und sich an sein Bette gesetzt hatte, Hub er freund-lich an, ihm Muth zuzusprechen, und dann erst frug ecihn, wie lange es her sei, seit er das vorige Mal ge-beichtet habe. Ehapelet, der sein Leben nicht gebeichtethatte, antwortete ihm: „Ehrwürdiger Vater, sonst ist esmeine Gewohnheit, alle Woche wenigstens ein Mal zurBeichte zu gehen, die manchen Male ungerechnet, wo ichöfter gehe; aber, ich muß es gestehen, jetzt, seitdem ichkrank geworden, sind schon ein Lager achte vergangen,ohne daß ich gebeichtet hätte, so viel Schmerzen hat dieKrankheit mir gemacht." „Mein Sohn," sagte daraufder Mönch, „daran hast Du wohl gethan, und also magstDu auch in Zukunft thun. Doch, da Du so oft beichtest,so sehe ich wohl, ich werde wenig Mühe haben, Dich zufragen und Deine Antworten anzuhören." Chapelet sprach:„Herr Pater, sagt das nicht; wie oft und wie vielmalsich auch zur Beichte gegangen bin, so habe ich mich doch