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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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82
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82 Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.

baude des Demokritus und Epikur war. Ohne daß ich mich beider Ungereimtheit und vorsätzlichen Verblendung dieser Art zu ur-theilen verweile, da sie genugsam von Anderen ist augenscheinlich ge-macht worden, so bemerke ich dagegen: daß die wahrgenommeneNothwendigkeit in Beziehung der Dinge auf regelmäßige Verknüpfun-gen, und der Zusammenhang nützlicher Gesetze mit einer nothwen-digen Einheit ebensowohl, als die zufälligste und willkührlichste An-stalt ein Beweisthum von einem weisen Urheber abgebe; obgleichdis Abhängigkeit von ihm in diesem Gesichtspunkte auf andere Artmuß vorgcstellt werden. Um dieses gehörig cinzusehen, so merkeich an, daß die Ordnung und vielfältige vortheilhafte Zusammcn-stimmung überhaupt einen verständigen Urheber bezeichnet, noch eheman daran denkt, ob diese Beziehung den Dingen nothwcndig oderzufällig sei. Nach den Urtheilen der gemeinen gesunden Vernunfthat die Abfolge der Wcltveränderungen, oder diejenige Verknüpfung,an deren Stelle eine andere möglich war, ob sie gleich einen klarenBeweisgrund der Zufälligkeit an die Hand gibt, wenig Wirkung,dem Verstände die Vermuthung eines Urhebers zu veranlassen. Eswird dazu Philosophie erfordert, und selbst deren Gebrauch ist indiesem Falle verwickelt und schlüpfrig. Dagegen macht große Re-gelmäßigkeit uud Wohlgereimtheit in einem vielstimmigten Harmo-nischen stutzig, und die gemeine Vernunft selbst kann sie ohne einenverständigen Urheber nimmer möglich finden. Die Eine Regel derAnständigkeit mag in der Anderen schon wesentlich liegen, oder will-kührlich damit verbunden sein, so findet man es geradezu unmöglich,daß Ordnung und Regelmäßigkeit entweder von Ungefähr, oder auchunter vielen Dingen, die ihr verschiedenes Dasein haben, so von selbstsollte Statt finden, denn nimmermehr ist ausgcbreitcte Harmonie ohneeinen verständigen Grund ihrer Möglichkeit nach zureichend gegeben.Und hier äußert sich alsbald ein großer Unterschied zwischen derArt, wie man die Vollkommenheit ihrem Ursprünge nach zu beur-theilcn habe.

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