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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
80
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8» Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.

den. Es kann bei dieser Art zu denken sich öfters zutragen, daßdie Zwecke der Gesetze, die man sich einbildet, unrichtig sind, unddann hat man außer diesem Jrrthumc noch den Schaden, daß mandie wirkenden Ursachen vorbeigegangen ist, und sich unmittelbar aneine Absicht, die nur erdichtet ist, gehalten hat. Süßmilch hatte ehe-dem vermeint, den Grund, warum mehr Knaben, als Mädchen, ge-boren werden, in dieser Absicht der Vorsehung zu finden, damitdurch die größere Zahl derer vom Mannsgeschlechte der Verlust er-gänzt werde, den dieses Geschlecht durch Krieg und gefährlichere Ar-ten des Gewerbes vor. dem anderen erleidet. Allein durch spätereBeobachtungen wurde ebendieser sorgfältige und vernünftige Mannbelehrt: daß dieser Ucberschuß der Knäbchen in den Jahren der Kind-heit durch den Tod weggenommen werde, daß noch eine geringereZahl männlichen, als die des weiblichen Geschlechtes in die Jahregelangen, wo die vorher erwähnten Ursachen allererst Gründe desVerlustes enthalten können. Man hat Ursache zu glauben, daß dieseMerkwürdigkeit ein Fall sei, der unter einer viel allgemeineren Re-gel stehen mag, nämlich daß der stärkere Theil der Menschcnartenauch einen größeren Anthcil an der Zeugungsthätigkcit habe, um inden beiderseitigen Produkten seine eigene Art überwiegend zu machen,daß aber dagegen, weil mehr dazu gehört, daß etwas, welches dieGrundlage zu größerer Vollkommenheit hat, auch in der Ausbildungalle zu Erreichung derselben gehörigen Umstände antreffe, eine größereZahl derer von minder vollkommener Art den Grad der Vollstän-digkeit erreichen werde, als derjenige, zu deren Vollständigkeit mehrZusammentrcffung von Gründen erfordert wird. Es mag aber mitdieser Regel eine Beschaffenheit haben, welche cs wolle, so kann manhiebei wenigstens die Anmerkung machen: daß es die Erweiterungder philosophischen Einsicht hindere, sich an die moralischen Gründe,das ist, an die Erläuterung aus Zwecken zu wenden, da, wo cs nochzu vermuthen ist, daß physische Gründe durch eine Verknüpfung mitnothwendigen allgemeineren Gesetzen die Folge bestimmen.

3. Diese Methode kann nur dazu dienen, einen Urheber derVerknüpfungen und künstlichen Zusammenfügungcn der Welt, aber