558
des Geistes seine Zuge zu überfliegen. Die Anstrengung nnd dieVeränderung seiner Lage hatten bald eine solche Erschöpfung zurFolge, daß man ihn zu Bette bringen mußte, wo er viele Stun-den liegen blieb, zwar erfreut über die neue Bequemlichkeit, diesich ihm jetzt darbvt, aber auch ein schmerzliches Bild der mensch-lichen Natur, in welchem sich deutlich anssprach, daß die thicri-schen Neigungen fortwähren, selbst wenn der edlere Theil unseresWesens entschwunden ist.
Effingham verließ seinen Großvater nicht, bis derselbe zurRuhe gebracht war, worauf Natty an seiner Seite Play nahm.Dann erst entsprach er den Anforderungen des Richters, ihm indas Bibliothekzimnier zu folgen, wo der Letztere nebst MajorHartmann seiner harrte.
„Lies dieses Papier, Oliver," begann Marmaduke, als derJüngling eingetreten war, „nnd du wirst finde», daß es mir nichtentfernt zu Sinne kam, deiner Familie bei meinen Lebzeiten Un-recht zu thuu, der ich mir's im Gegeutheil zur Aufgabe machte,Sorge zu tragen, daß ihr auch nach meinem Tode »och Gerech-tigkeit widerfahre."
Der Jüngling nahm das Blatt, nnd der erste Blick sagteihm, daß es das Testament des Richters sei. Trotz seiner Auf-regung entging es ihm doch nicht, daß das Datum genau mitder Zeit zusammeutraf, da er an Marmaduke jene ungewöhnlicheGemüthsbcschwernng wahrgenommen hatte. Während des Lesensbegannen seine Angen feucht zu werden, und die Hand, welchedas Dokument hielt, zitterte heftig.
Das Testament begann mit den gewöhnlichen Förmlichkeiten,die durch de» Scharfsinn des Herrn Van der School noch weit-läufig ausgespounen waren; nach der Einleitung ließ sich jedochMarmadnke's Styl nicht verkennen. Er berichtete in klarer, be-stimmter, männlicher und sogar beredter Sprache seine Verbindlich-keit gegen den Obersten Effingham, die Natur ihrer Verbindung,