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sein, Anderen Trost zu bringen, wenn das eigene Herz vor Kum-mer brechen will!"
„Aber es ist jetzt doch Alles vorüber! Ihres Vaters Ein-kommen mns; nun seinen Bedürfnissen entsprechen, cs muß — essoll-"
„Ja," entgegnete Luise, indem sie das Haupt sinken ließ, umdie Thränen zu verbergen, die trotz ihres ergcbungsvollen Sinnesihren Augen entströmten; denn es ist Niemand übrig geblieben,den er zu ernähren hätte, als ich."
Die Wendung, welche das Gespräch genommen, hatte alleanderen Gedanken, außer denen einer heiligen Rührung, ans denGemüthern der jungen Mädchen verscheucht, und Elisabeth schloßihre Freundin in ihre Arme, als diese ihrem Schmerz durch einhörbares Schluchzen Luft machte. Nachdem sich dieser Gefühls-ansbrnch beschwichtigt hatte, erhob Luise ihr sanftes Antlitz, undsie setzten schweigend ihren Spaziergang fort.
Sie hatten indessen die Spitze des Berges erreicht, wo sie dieStraße verließen, und unter dem Schatten der stattlichen Bäumeweiter gingen. Der Tag war warm, und die Mädchen vertieftensich immer mehr in den Wald, da die belebende Kühle des Dickichtsin einem angenehmen Gegensätze zu der Hitze stand, welcher siebeim Bergansteigen ansgesetzt gewesen waren. Die Unterhaltungbeschränkte sich — als geschehe es in Folge wechselseitiger Ueberein-knnft — ganz auf das, was ihnen ihr Spaziergang bot, und jedehohe Fichte, jedes Gebüsch, oder allenfalls eine Blume entlockteihnen irgend einen einfachen Ausdruck der Bewunderung.
In dieser Weise wandelten sie am Fclsenrande hin, indem siegelegentlich Blicke nach der ruhigen Fläche des Otsego warfen,oder inne hielten, um auf das Rasseln der Räder und die Schlägeder Hämmer zu horchen, die vom Thale herauf tönten, und einigeMerkzeichen menschlichen Treibens unter die Scencn der Naturmischten, als Elisabeth plötzlich mit dem Aufrufe zusammenfnhr —