307
„Victoria!" jauchzte Richard. „Victoria! wir habe» den Feindaus dem Felde geschlagen!"
„Nicht doch, Dick," entgegnete Marmadnke. „Ist doch dasganze Feld voll davon, und wohin ich schaue, sehe ich nichts alsdie Angen der unschuldigen Opfer, die entsetzt ihre Köpfe in dieHöhe strecken. Mehr als die Halste der Gefallenen ist noch amLeben, und ich glaube, es ist Zeit, der Belustigung ein Ende zumachen, wenn es anders eine Belustigung ist."
„Freilich ist es eine, und dazu eine ausgezeichnete!" rief derSheriff. „Etliche tausend dieser blanröckigen Bursche liegen hierauf dem Grunde, so daß jedes alte Weib im Dorf sich Pastetendaraus machen kann, wenn sie nur will."
„Nun, wir haben die Vögel glücklich von dieser Seite desThales weggeschreckt," entgegnete Marmadnke, „und die Schläch-terei muß nothwcndig ein Ende haben. Jungen, ich zahle sechsPence für das Hundert Taubenköpfe. Geht also an's Werk undbringt sie in's Dorf."
Diese Verheißung hatte die gewünschte Wirkung; denn jederder anwesenden Knirpse bemühte sich emsig, den verwundetenVögeln die Hälse abzndrchen. Der Richter verfügte sich mit jenerArt von Gefühl nach seiner Wohnung, das wohl schon Manchervor ihm empfunden hat, wenn er, sobald die Aufregung desAugenblicks vorüber ist, die Entdeckung macht, daß er seine Lustnur um den Preis des Unglücks Anderer gebüßt hat. Ganze Pferd-lasten getödteter Tauben wurden weggeschafft, und nach diesemersten Hanptangriff blieb für den Rest dieser Jahreszeit die Tau-benjagd nur noch ein Geschäft für einige Mnssiggänger. Richardrühmte sich jedoch noch manches Jahr nachher seiner mit der Feld-schlange geübten Heldenthat, und Benjamin versicherte dabei mitvieler Wurde, er glaube, sie hätten an jenem Tage beinahe soviele Tauben getödtet, als Rodney, bei Gelegenheit seines denk-würdigen Sieges, Franzosen.
- 2o»