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ob sich daselbst gegen die Ordnung der Natur zahllose Sonnenerheben wollten. Im Vordergründe des Gemäldes, längs denUfern des See's hin und in der Nähe des Dorfes, schien jederBaum mit Diamanten wie übersäet. Selbst die Seiten der Berge,wo die Strahlen der Sonne noch nicht hinreichen konnten, prunk-ten in einem glasigten Gewände, das jede Abstufung des Glanzesschauen ließ, von den Lichtstreifen der ersten Sonnenstrahlen an,bis zu dem dunkeln Nadelwerk der Tannen, das unter der Hülle vonKrystall schimmerte. Mit einem Worte, die ganze Landschaft war einzitterndes Strahlenmeer, da See, Berge, Dorf und Wälder — jedesseine Lichtkörperchcn, mit der ihm cigenthümlichen Farbe gemengt,und nach Maßgabe seiner Lage und Größe wechselnd — znrückgab.
„Sehen Sie!" rief Elisabeth — „sehen Sie, Luise; eilen Siean's Fenster und schauen Sie die wundervolle Veränderung!"
Miß Grant willfahrte, und nach einem kurzen Schweigen be-merkte sic mit leisem Tone, als fürchte sie sich vor ihrer eigenenStimme: —
„Die Veränderung ist in der That wunderbar! Ick bin ganzüberrasckt, daß er sie so schnell bewerkstelligen konnte."
Elisabeth wandte sich erstaunt um, als sie eine so skeptischeAenßerung ans dem Munde von Herrn Grants Tochter hörte,fand aber mit einiger Ueberraschnng, daß die sanften blaue» Angenihrer Gefährtin, statt ans dem herrlichen Naturschanspiele, aufder Gestalt eines jungen Mannes weilte, der vor der Thüredraußen in ernstem Gespräche mit ihrem Vater begriffen war.Es bedurfte eines zweiten Blickes, che sie in derselben die Persondes junge» Jägers in einer zwar einfachen Tracht, aber dennochin der eines Mannes von Stande zu erkennen vermochte.
„Alles scheint in diesem Zanberlande an's Wunderbare zugränzen," sagte Elisabeth; „und unter allen Wechseln, die sichvor unfern Angen aufthn», ist dieser gewiß nicht der am wenig-sten auffallende. Die Schauspieler sind so einzig, als die Bühne."