Druckschrift 
3 (1853) Die Ansiedler an den Quellen des Susquehannah : ein Zeitgemälde
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

163

ihr den Arm gereicht hatte. Sobald sie Alle wohlbehalten aufder andern Seite standen, stieg er an dem Ufer wieder hinan,und setzte sein Gespräch fort.

Es war nicht recht, mein lieber Herr, cs war unter keinenUmständen recht, solche Gefühle aufkommen zu lassen; am aller-wenigsten'aber in einem Falle, wo von keiner absichtlichen Be-schädigung die Rede sein konnte."

Es ist etwas Gutes in den Worten meines Vaters," sagteMohegan, indem er stehen blieb, und dadurch auch diejenigen,welche ihm nachfolgten, zum Haltmachen nöthigte;denn ebensospricht Mignon. Der weiße Mann mag thun, wie ihm seineVäter gesagt haben; aber der junge Adler hat das Blut einesDclawarenhänptlings in seinen Adern; es ist roth, und der Flecken,den es macht, kann nur durch das Blut eines Mingo ausgelöschtwerden."

Herr Grant wurde durch die Unterbrechung des Indianers soüberrascht, daß er sich nmwandtc und den Sprecher ansah. Seinemilden Züge waren ans das stolze und wilde Antlitz des Häupt-lings gerichtet, und sprachen das Entsetzen ans, welches er fühlte,als er eine solche Ansicht ans dem Munde eines Mannes ver-nahm, der sich zu der Religion seines Heilandes bekannte. Ererhob die gefalteten Hände, nnd rief:

John, John! ist das Religion, die du von den Herrnhuterngelernt hast? Doch nein ich will mir keine solche liebloseVoraussetzung erlauben. Sic sind fromme, sanfte und milde Leute,nnd würden solche Leidenschaften nicht dulden, sich aber sageEuch, liebet Eure Feinde; segnet die, so Euch fluchen; thnt Gu-tes denen, die Euch hassen, nnd betet für die, die Euch beleidi-gen und verfolgen'! Dicß ist das Gebet Gottes, John, nndwer sich nicht Mühe gibt, demselben nachzukommen, wird dasReich der Seligen nicht schauen."

Der Indianer hörte dem Geistlichen mit Aufmerksamkeit zu;

11 »