Druckschrift 
3 (1853) Die Ansiedler an den Quellen des Susquehannah : ein Zeitgemälde
Entstehung
Seite
107
Einzelbild herunterladen
 

107

keinen Unterschied der Farben, nnd anch die Erde soll nicht Zeugeeiner Trennung sein. Es ist gut nnd heilsam, John, in der Feierheiliger Festtage neue Erkenntnis; nnd eine Stutze gegen denWankelmnth zn holen; aber alle Formen sind nur unnützes Räu-chcrwerk vor dem Heiligen, wenn sie nicht von einem frommenund demnthigen Sinne begleitet werden."

Der Indianer trat ein wenig zurück, richtete seinen Körperder ganzen Länge nach ans, crhvb seinen rechten Arm nnd zeigtemit seinem Vorderftnger gen Himmel, worauf er die andere Handauf die nackte Brust legte und mit Nachdruck sprach:

Das Auge des großen Geistes schaut durch die Wolken;Mohcgans Herz ist offen."

Das ist wohl gut, John, und ich hoffe daher, daß du inder Ucbnng dieser Pflicht Heil und Trost finden wirst. Der großeGeist übersieht keines seiner Kinder, und der Mann in den Wäl-dern ist ebenso gut Gegenstand seiner Vatersorge, wie die Bewoh-ner der Paläste. Ich wünsche dir gute Nacht und Gottes Segenauf dein Haupt."

Der Indianer senkte den Kopf und Beide schieden der Eine,um seine Hütte anfzusuchen, der Andere, um sich der Abendtafel-Gesellschaft anznschließcn. Während Benjamin dem sich entfernen-den Häuptling die Thüre öffnete, rief er ihm in einem Tone, derihn ermuthigcn sollte, nach:

Der Pfarrer hat die Wahrheit gesprochen, John. Wenn manim Himmel auf die Farbe der Haut Rücksicht nähme, so könnteman ans den Mnsternngsbüchern recht leicht ein gutes Christen-kind, wie mich, ausstreichen, weil die mcinige durch das Kreuzenunter heißen Breitegradcn etwas roth geworden ist. Allerdingswäre aber dieser verwünschte Nordwester im Stande, anch dieHaut eines Mohren zu bleichen. Reffe deine Decken ein Mann,oder dein rothes Fell wird kaum durch die Nacht segeln können,ohne in der Kälte Schaden zu nehmen."