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1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
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nicht an ihrer Liebenswürdigkeit in den Angen des jungen Häupt-lings, dessen Farbe nnd dessen Schmerz dem ihrigen so ähnlichscheine, wenn sie auch weit entfernt blieben, einen solchen Vorzugdeutlich ansznsprechen. Doch war cs klar, daß sie Alice nicht sohoch stellten, als das Mädchen, um welches sie trauerten. Sieversagten ihr jedoch keinen Ruhm, den ihre seltenen Reize an-sprechen durften. Ihre Locken wurden mit den üppigen Rankender Weinrebe, ihr Auge mit dem blauen Himmelsgewölbe ver-glichen, und das fleckenloseste Gewölk, von dem glühenden Haucheder Sonne geröthet, war nicht so reizend als die Blüthc ihrerWangen.

Während dieser und ähnlicher Klagelieder hörte man nichtsals das Gemurmel des Gesangs, gehoben oder vielmehr furchtbargemacht durch die gelegentlichen stärkeren Ausbrüche des Grames,die gleichsam ein Chor genannt werden konnten. Die Delawarenhorchten, wie von einem Zauber gefangen, und das wechselndeSpiel ihrer ausdrucksvollen Mienen gab kund, wie tief undinnig ihr Mitleid war. Selbst David lieh willig sein Ohr denTönen so lieblicher Stimmen, und lange bevor der Gesang zuEnde war, verkündete sein Blick, wie tief sein Gemüth im Hörengefesselt war.

Der Kundschafter, dem allein unter den anwesenden Weißendiese Worte verständlich waren, erhob sich etwas aus seiner nach-denklichen Stellung nnd neigte sein Haupt bei Seite, um denfortlaufenden Sinn derselben aufzufassen. Als sie aber von denkünftigen Aussichten Cora's und Unca's sangen, schüttelte er denKopf, wie Einer, der die Jrrthnmcr ihres schlichten Glaubenswohl erkannte, und nahm dann wieder seine znrückgclehnteStellung an, in ihr verharrend, bis die Ceremonie zu Ende war wenn man Ceremonie eine Handlung nennen darf, die von sotiefem Gefühl zeugte. Heyward und Mnnro verstanden, zum