Druckschrift 
1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
469
Einzelbild herunterladen
 

L69

des Schmerzes darniederzuhalten, zu deren Bekämpfung er seinerganzen Männlichkeit bedurfte.

So traurig und melancholisch man sich auch diese Gruppedenken ma-g, so war sie doch nicht so ergreifend als eine andeream entgegengesetzten Ende dieser Räume. Dort saß Uncas, wiewenn er noch am Leben wäre, Gestalt und Haltung voll Wurdeund Anstand, mit den glänzendsten Zierrathen geschmückt, die derReichthnm des Stammes hatte anftreiben können. Reiche Federnrollten von seinem Haupte: Wampnm, Hals- und Armgeschmeidc,Denkmünzen waren an ihm verschwendet, aber sei» erstorbenesAnge und seine leblosen Züge widersprachen zu sehr der stolzenAbsicht eines so eitlen Schmuckes.

Gerade vor dem Totsten saß Chingachgvok, ohne Waffen, ohneBemalung, ja ohne Verzierung irgend einer Art, das glänzendblaue Stammbild seines Geschlechtes ausgenommen, das dernackten Brust unvertilgbar eingegraben war. Während der langenZeit, da der Stamm hier versammelt war, schaute der mohika-nische Krieger fest und kummervoll auf das kalte, leblose Antlitzseines Sohnes. Sv unverwandt und innig war dieser Blick,seine Haltung so nnverrückt, daß ein Fremder den Lebenden vondem Totsten nur an dem gelegentlichen Spiel eines ansgeregtenGeistes, das sich ans dem düstern Antlitze des Vaters malte, undan der totstenähnlichen Ruhe, die sich für immer auf den Zügendes Sohnes gelagert hatte, unterschieden haben würde.

Der Kundschafter stand dicht daneben, in nachdenklicherI Stellung ans seine todbringende Rächerwaffe gelehnt, während

I Tamennnd, von den Nettesten seiner Nation unterstützt, einen er-

höhten Platz einnahm, von wo er die stumme, von Gram bewegte> Versammlung überblicken konnte.

In dem inner» Rande des Kreises stand ein Offizier, in derUniform einer fremden Nation; außerhalb war sein Schlachtroß,von einer Anzahl berittener Diener umgeben, die sich, wie es