Druckschrift 
1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
457
Einzelbild herunterladen
 

die Lichtung hin, auf nichts als auf die Flucht bedacht. Manchefielen unter diesem Versuche unter den Kugeln und den Streichender verfolgenden Dclawaren.

Wir halten uns nicht dabei auf, das Zusammentreffen desKundschafters mit Chingachgook, oder das noch rührendere Wie-dersehen Dnncaus und Munro's zu beschreiben. Wenige eiligeWorte reichten hin, beide Theile mit dem Stand der Dingebekannt zu machen; Hamk-eye stellte den Sagamoren seinen Ge-fährten vor und legte den Oberbefehl in die Hände des Mohi-kanerhäuptlings nieder. Chingachgook übernahm diese Stellung,für welche ihn Geburt und Erfahrung so besonders berechtigten,mit der Würde und dem Ernste, welche den Befehle» des ein-geborucn Kriegers stets Ansehen verleihen. Den Fußstapfen desKundschafters folgend, führte er den Zug durch das Dickichtzurück: seine Krieger skalpirten die gefallenen Huronen und ver-bargen die Leichen ihrer eigenen Todten, bis ein Punkt erreichtwar, wo der Erstcre für gut fand, Halt zu machen-

Die Krieger, welche sich nach dem vorangegangencn Kampfewieder etwas erholt hatten, wurden seht auf einer kleine» Flächeausgestellt, die genugsam mit Bäumen bedeckt war, um ihnenSchutz zu gewähren. Das Land fiel jäh vor ihnen ab, undunterhalb breitete sich ein enges, dunkles Waldthal mehrereMeilen weit ans. In diesem dichten, finsteren Walde war Un-cas mit der Hauptmacht der Huronen immer noch im Kampfebegriffen.

Der Mohikaner und seine Freunde traten an den Rand desHügels vor und horchten mit geübtem Ohr auf das Getöse desKampfes. Einige Vögel, von ihren einsamen Nestern aufgeschencht,schwebten über dem Blätterteppicb des Thales, und hier und dastieg eine leichte Rauchwolke über den Bäumen empor, die sichbereits mit der Atmosphäre zu vermischen schien, und deutete einenPlatz an, wo der Kampf hitzig und hartnäckig gewesen sein mochte.