4L4
pflogen, auf etwa hundert und fünfundzwanzig Schritte genäherthatte, zögerte er; wie cs schien, ungewiß, welchen Weg er cin-schlagen solle, und blieb endlich stehen. Aller Angen waren jetztanf Uncas gerichtet, als erwarteten sie von ihm Verhaltnngsregeln.
„Hawk-eye," sprach der junge Häuptling mit leiser Stimme,„er darf nie wieder mit den Hnroncn sprechen."
„Sein Stündlein hat geschlagen," sprach der Kundschafterlakonisch, indem er das lange Rohr seiner Buchse durch die Blät-ter steckte und bedächtlich sein verhängnisivolles Ziel suchte. Stattabzndriicken, senkte er die Mündung und überließ sich einemAusbruch der ihm eignen Heiterkeit. „Ich nahm den Schelmfür einen Mingo, so wahr ich ein armer Sünder bin!" sprachen,„als mein Auge aber an seinenNippcnhinschweifte, um cinenPlatz fürdie Kugel zu suchen, da bekam ich — wirst du es glauben, Uncas— unseres Musikers Blasinstrument zu Gesicht! und so ist es,Allem nach, unser Gamut, dessen Tod Niemand nützen, dessenLeben uns aber, wenn seine Zunge anders etwas mehr als singenkann, für viele Zwecke nützlich zu werden vermag. Wenn Tönenicht alle Kraft verloren haben, so will ich alsbald mit dem ehr-lichen Burschen in's Gespräch kommen, und das mit einer Stimme,die er angenehmer finden wird als meinen Wildtödter."
Mit diesen Worten legte Hawk-eye seine Büchse bei Seite,kroch durch die Büsche, bis ihn David hören konnte, und wieder-holte jene musikalischen Versuche, welche ihn mit so viel Sicher-heit und Glanz durch das Lager der Hnronen geführt hatten.Davids verfeinerte Organe ließen sich nicht leicht täuschen (undwirklich wäre es auch jedem Andern, außer Hawk-eye, schwer ge-fallen, einen ähnlichen Lärm hcrvorznbringen), und da er solcheTöne schon ein Mal gehört hatte, erkannte er, woher sie rührten.Der arme Schelm schien mit Einemmale einer großen Nothenthoben: er folgte der Richtung der Stimme — eine Aufgabe,die für ihn nicht viel weniger schwierig war, als wenn er einer