433
oder zwei Tage werden in der großen Zeitrechnung der Ewigkeitnicht viel Unterschied machen. Gvtt segne dich," fuhr der ranheWaidmann fort, indem er sein Haupt zur Seite neigte, dannsogleich wieder hob, den Jüngling scharf in's Auge fassend, „ichhabe dich und deinen Vater geliebt, Uncas, obgleich unsere Hautnicht von einer Farbe und unsere Gaben etwas verschieden sind.Sag' dem Sagamvren, ich hatte ihn auch im größten Gedrängenie ans dem Auge verlvren; und du, gedenke zuweilen meiner,wenn du ans einer glücklichen Fährte bist, und verlaß' dich darauf,Junge, ob es nun einen oder zwei Himmel gibt, ein Pfad inder andern Welt muß sein, ans dem ehrliche Männer wieder zu-sammen kommen. Du wirst die Büchse an der Stelle finden, wowir sie versteckten; nimm sie und behalte sie zum Gedächtnis;: undhöre Junge, da deine Farbe dir die Rache nicht verbietet, so laßsie ein wenig frei gegen die Mingo's gewähren. Es wird denSchmerz über meinen Verlust erleichtern und dein Gemüth be-sänftigen. Hnrone, ich nehme dein Anerbieten au. Lass dasMädchen los. Ich bin dein Gefangener."
Ein unterdrücktes, aber immer deutliches Murmeln des Bei-falls lief durch die Menge hin über diesen cdelmüthigen Entschluß;selbst die wildesten unter den Delawaren-Kriegern bezeigten ihreFreude über die Männlichkeit eines solchen Opfers. Magnazögerte, und ängstliche Erwartung begleitete seine Unentschlossen-heit; dann warf er seine Augen ans Cora, mit einem Ansdruck,in dem Wildheit und Bewunderung seltsam gemischt wa , undsein Entschluß war für immer gefaßt. Mit einer Bewegung desKopfes deutete er sein Verschmähen des Anerbietens an, undsprach in festem sicherem Tone:
„Le Renard Subtil ist ein großer Häuptling, er hat nureinen Sinn. Komm," fügte er hinzu, indem er seine Hand ver-traulich ans die Schulter der Gefangenen legte, um sie vorwärtszu drängen, „ein Hnrone ist kein Schwäher; wir wollen gehen."
Der lehte Mvhikan. 28