350
seine Laune plötzlich geändert zu haben. Statt unzufrieden fortzu-brnmmcn, oder weitere Zeichen von Unwillen zu geben, schütteltecs gewaltig seinen zottigen Pelz, wie von einem seltsamen, inner»Krampfe ergriffen. Mit seinen Ungeheuern, schwerfälligen Tatzenkraute cs täppisch an der grinsenden Schnauze, und während Hey-ward seinen Bewegungen mit ängstlicher Wachsamkeit folgte, fielder grimmige Kops ans die eine Seite, und statt seiner erschien dasehrliche, kecke Gesicht des Kundschafters, der von Grund des Herzensund ans seine eigcnthümlichc Weise in ein heiteres Lachen ansbrach.
„St!" sprach der vorsichtige Waidmann, Heywards Ansrufder Ueberraschnng hindernd; „die Schelme sind noch in der Nähe,und jeder Laut, der nicht zu Eurer Zauberei paßte, brächte denganzen Hansen zu uns zurück!"
„Erklärt mir erst den Zweck dieser Mummerei, und warumIhr ein so verzweifeltes Abenteuer gewagt habt."
„Ach, Vernunft und Berechnung werden oft vor dem Zufallzunichte!" versetzte der Kundschafter. „Weil aber 'ne Geschichteimmer mit dem Anfang beginnen soll, will ich Euch Alles inguter Ordnung erzählen. Als wir uns trennten, brachte ich denCommandanten mit dem Sagamorcn in ein altes Biberquartier,wo sie vor den Huroneu sicherer sind, als sie in dem Fort Edwardwären: denn Eure Indianer vom hohen Nordwesten her, die nochnicht viel Krämer unter sich gehabt haben, hegen stets Achtungvor dem Bibcrgcschlecht. Dann gingen wir, wie besprochen, nachdem andern Lager ab; habt Ihr den Zungen gesehen?"
„Zu meinem großen Leidwesen! — Er ist gefangen und ver-urtheilt, mit Sonnenaufgang zu sterben!"
„Ich besorgte immer, daß es so mit ihm kommen würde!"sagte der Kundschafter in minder zuversichtlichem und minder hei-terem Tone. Bald aber gewann er die natürliche Festigkeit seinerStimme wieder und fuhr fort: „sein Mißgeschick ist der eigentlicheGrund meines Hierseins: denn es wäre eine Schande, einen