„Höre mich, Delaware," schrie sie, indem sie ihm in's Antlitzein Schnippchen schlug, „deine Nation ist ein Geschlecht vonWeibern; die Hacke schickt sich besser fiir Eure Hände, als dieBüchse. Eure Squaws gebären Hirsche; käme ein Bär, eine wildeKatze oder eine Schlange unter euch zur Welt, so würdet ihrReißaus nehmen. Die Huronenmädchen sollen dir Weibcrröckemachen, und wir wollen nach einem Manne für dich sehen."
Ein wildes Gelächter folgte diesem Angriff, und die sanften,melodischen Töne der jüngeren Frauen klangen seltsam mit derkreischenden Stimme der älter» und boshafteren Genossin zusam-men. Allein der Fremde trotzte allen diesen Bemühungen. SeinHaupt blieb unbeweglich, nicht die leiseste Kcnntniß schien er vonden Anwesenden zu nehmen, außer wenn sein stolzes Auge vonZeit zu Zeit gegen die dunkeln Gestalten der Krieger rollte,welche — schweigende, finstere Beobachter der Scene — in demHintergründe auf und nieder schritten.
Wüthend über die Selbstbeherrschung des Gefangenen, stemmtedie Alte ihre Arme in die Seite, warf sich in eine herausforderndeStellung und brach von Neuem in eine» Strom von Schmähun-gen, welche keine Kunst vermögend wäre, mit Erfolg zu Papierzu bringen. Sie verströmte jedoch vergeblich ihren Athem: ob-gleich sie unter ihrem Volke als eine Heldin in der Kunst zuschimpfen gelten konnte, und sich in eine Wuth gesteigert hatte,die ihr den Schaum ans dem Munde trieb, so konnte sie es dochnicht dahin bringen, daß der regungslos dastehende Fremde auchnur eine Muskel rührte. Der Aerger über diese Gleichgültigkeitbegann sich auch den andern Zuschauern mitzntheilen, und einJüngling, der eben erst ans dem Knabenalter in die Jahre derMannheit hinüberschritt, kam der keifenden Alten zu Hülse, in-dem er, einen Tomahawk vor dem Schlachtopfer schwingend, ihrenHohn mit seinen leeren Rnhmreden verstärkte. Jetzt wandte derGefangene sein Antlitz nach dem Lichte und sah auf den Knaben