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Sechzehntes Kapitel.
Edg. Eh' Ihr zum Kampfe gehet, les't den Brief.
Lear.
^Aajor Heyward fand Munro allein mit seine» Töchtern.Alice saß ans seinem Knie nnd thcilte die grancn Haare des altenKriegers mit ihren zarten Fingern, und als er über ihre Tändeleidie Stirne zn runzeln schien, drückte sie ihre Rosenlippen ans dasbefurchte Haupt, um den scheinbaren Unmnth zu beschwichtigen.Cora saß neben ihnen, eine ruhige nnd heitere Zuschauerin, indemsie die kindischen Bewegungen ihrer jüngeren Schwester mit jenerArt von mütterlicher Zärtlichkeit betrachtete, die ihre Liebe zn Aliceso eigenthümlich bezeichnet«!. Nicht blos die Gefahren, die sic Über-stunden hatten, sondern auch die zukünftigen, die sie noch bedrohten,schielen in diesem harmlosen Familienkreise vergessen. Es war,als ob sie den kurzen Waffenstillstand benützen wollten, um sich füreinen Augenblick dem Ergüsse der edelsten Zärtlichkeit hinzngeben.Die Töchter vergaßen ihre Befürchtungen, der Veteran seine Sor-ge» in der Sicherheit des Augenblicks. Duncali, welcher in demEifer, von seiner Sendung zn berichten, unangemeldet eingetretenwar, blieb einige Augenblicke ein unbemerkter Zuschauer bei einerSceue, die ihn entzückte. Bald aber erblickte das lebhafte, beweg-liche Auge Alicens seine Gestalt in einem Spiegel, sprang errö-thend von ihres Vaters Knie aus nnd rief mit lauter Stimme:
„Major Hcyward!"
„Was soll der Junge?" fragte ihr Vater, „ich schickte ihn zudem Franzmann in's Lager, um ein wenig mit ihm zu schwatzen.Ha! Sir, Sic sind jung und flink! Entfernt Euch, Ihr Schelme!hat der Soldat nicht Beschwerden genug, muß er auch noch dasLager voll solcher Schwätzerinnen haben, wie Ihr seid?"
Alice folgte lächelnd ihrer Schwester, welche sie aus dem