134
so behielt sie doch, trotz ihres mächtigen Abscheus, Selbstbeherrschunggenug, um, ohne eine Schwäche zu verrathen, ihm zu antworten:
„Und welches Vergnügen wurde Magna daran finden, seineHütte mit einem Weibe zu theilen, das er nicht liebt, das einerNation und Farbe angehört, die von der seinigcn verschiede» ist?Es wäre besser, er nähme Mnnro's Gold und kaufte mit seinenGaben das Herz eines Hnrvnenmädchens."
Der Indianer gab ihr fast eine Minute lang keine Antwort, hef-tete aber seine wilden Blicke in einer so seltsamen Weise anfCora'sAntlitz, das; sie vor Scham ihre Angen sinken ließ, die zum ersten-mal einem Ausdrucke begegnet waren, den kein keusches Mädchenertragen kann. Während sie in sich selbst znsammenschrack, fürch-tend, ihre Ohren möchten durch einen noch schlimmer» Vorschlagverletztwcrden, antwortete Magna im Tone der schwärzestenBosheit:
„Als die Hiebe den Nücke» des Hnronen geißelten, wußte erschon, wo er ein Weib finden müßte, die Schmerzen zu büßen.Die Tochter Mnnro's sollte sein Wasser schöpfen, sein Kornfeldhacken und sein Wildpret kochen. Der Leib des Grankopfcs sollteunter seinen Kanonen schlafen, sein Herz aber unter Le Snbtil'sMesser liegen!"
„Ungeheuer! wohl verdienst du deinen verrätherischcn Namen!"rief Cora hingerissen von dem Gefühle empörter Kindesliebe,„nur ein Teufel konnte solche Rache ersinnen! Aber du über-schätzest deine Gewalt! Du sollst finden, das; du wirklich Mnnro'sHerz unter deinen Händen hast, und das; es deiner äußersten Bos-heit Hohn spricht!"
Der Indianer antwortete ans diesen kühnen Trotz mit einemschrecklichen Hohnlächeln, das seinen unerschütterlichen Entschlußverrieth, und winkte sie hinweg, als wollte er die Unterredung fürimmer schließen. Cora, die bereits ihre Uebereilnng bereute, mußtegehorche»; denn Magna verließ sie sogleich und trat ans seinegefräßigen Gesellen zu. Heyward eilte dem aufgeregten Mädchen