Druckschrift 
1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

30

darein setzen, sie übertrcffen zn wollen. Für meinen Theil glaubeich, daß alle Bnmppo scineßen konnten: denn ich habe ein natür-liches Geschick für die Büchse, das sich von Geschlecht zu Ge-schlecht vererbt haben muß, da, wie unsere heiligen Gebote unsmelden, alle guten und schlimmen Gaben von oben kommen, ob-gleich ich in solchen Dingen nicht gern für Andere stehe. Aberjedes Ding hat seine zwei Seiten: so frage ich dich, Chingach-gvok, was begab sich nach den Ueberlieferungen der rothen Män-ner, als unsre Väter sich zuerst getroffen haben?"

Eine augenblickliche Stille erfolgte, während welcher der In-dianer stumm da saß; dann fing er, von der Würde seines Am-tes erfüllt, seine kurze Erzählung mit einer Feierlichkeit an, diedazu diente, ihre anscheinende Wahrheit zn verstärken.

Höre, Hawk-enc, und dein Ohr soll keine Lüge trinken. Sohaben meine Väter gesagt und die Mohikaner gethan." Er zö-gerte einen Augenblick und heftete einen vorsichtigen Blick ansseinen Begleiter. Dann fuhr er ans eine Weise fort, die zwischenFrage und Behauptung getheilt war:Fließt nicht der Strom znnnsern Füßen dem Sommer zu, bis seine Wasser salzig werdenund sein Lauf aufwärts geht?"

Es kann nicht gelängnet werden, daß eure Ueberlieferungenin diese» beiden Stücken Wahrheit enthalten," sagte der weißeMann;denn ich bin da gewesen und habe sie gesehen; warumaber das Wasser, das so süß im Schatten ist, in der Sonne bit-ter wird, weiß ich nicht und habe mir's nie erkläre» können."

Und der Lauf!" fragte der Indianer, welcher seine Antwortmit jener Art von Interesse erwartete, das Jemand bei der Be-stätigung eines Wunders fühlt, das er selbst unbegreiflich findet,während er seine Wirklichkeit anerkennt;die Väter von Chin-gachgook haben nicht gelogen."

Die heilige Bibel ist nicht wahrer, und das ist doch dasWahrste, was cs hienieden gibt. Die Leute nennen diesen ans-