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weiß unter dem Schnee von siebenzig Wintern, sank auf die Schulternder verzweifelnden Bittstellerin, und sein Säbel, auf so vielen blu-tigen Schlachtfeldern sein treuer Gefährte, entfiel der kraftlosenHand.
„Gott segne Sie für Das, was Sie an der Armen thaten,"rief er mit lautem Schluchzen.
Lange und ergreifend war die Gewalt der Gefühle, welchensich der Obrist Singleton jetzt ohne Widerstreben hingab. Als ersich wieder faßte, übergab er die bewußtlose Franziska den Armenihrer Tante, und wandte sich dann, wie ein Mann, der über-wunden hat, an seine Kollegen.
„Meine Herren," sagte er, „wir haben jetzt noch unsere Pflichtals Offiziere zu erfüllen — unfern Gefühlen als Menschen könnenwir nachher Raum geben. Was ist Ihre Meinung über den ge-genwärtigen Fall?"
Einer der Richter übergab ihm eine schriftliche Abstimmung,welche er, während Obrist Singleton mit Franziska beschäftigtwar, vorbereitet hatte, und erklärte, daß sie seine Absicht nnddie seines Kameraden enthalte.
Es war darin kurz verzeichnet, daß Heinrich Wharton entdecktworden sei, als er die Linien der amerikanischen Armee alsSpion nnd in Verkleidung überschritten habez daß deßhalb, demKriegsartikel gemäß, sein Leben verfallen sei, nnd daß das Kriegs-gericht ihn znm Tode verurtheile; es gehe demnach der Vorschlagdahin, den Gefangenen vor neun Uhr des folgenden Morgensdurch den Strang hinrichten zu lassen.
Es war nicht üblich, Todesstrafen — selbst gegen den Feind —zu verhängen, ohne das Urtheil dem Obergeneral, oder in dessenAbwesenheit seinem jeweiligen Stellvertreter, zur Bestätigung vor-znlegcn. Da sich Washingtons Hanptgnartier zu Neu-Windsorauf dem westlichen Ufer des Hudson befand, so reichte die Zeitwohl zu, von dorther Antwort zn erhalten.
„Das ist eine kurze Frist," sagte der Veteran, indem er