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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
Entstehung
Seite
382
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Herr fast wie ein Narr umher, und schlief Tag und Nacht nicht,bis Harvey znrückkam. Er brachte damals fast nichts als blankegoldene Guineen heim, aber die Schinder haben ihm alle wiederabgejagt, und jetzt ist er ein Bettler, oder was dasselbe ist, einverächtlicher, hnngerleidiger Kerl."

Franziska erwiederte nichts auf diese Worte, sondern fuhr fort,bergan zu steigen, und verlor sich dabei in tiefes Nachsinnen. DieErinnerung an Andrö hatte ihre Gedanken auf die Lage ihresBruders znrückgefnhrt.

Als sie den höchsten Punkt ihrer beschwerlichen Wanderungerreicht hatten, setzte sich Franziska ans einen Stein, um auszu-rnhen und sich in der Gegend nmzusehen. Unmittelbar vor ihrenFüßen lag im Schatten eines herbstlichen Sonnenuntergangs eintiefer, durch Kultur nur wenig veränderter Thaleiuschnitt, währendsich ihrem Sitze gegenüber in geringer Entfernung ein andererBerg erhob, an dessen Seiten nichts als unförmliche, zackige Felsenund Eichen, deren verkrüppelter Wuchs die Dürre des Bodensbekundete, sichtbar waren.

Um den Charakter der Hochlande richtig würdigen zu können,muß man sie besuchen, wenn das Laub der Bäume gefallen ist,denn sic zeigen erst dann ihre schönsten Formen, wenn weder daskärgliche Blätterwerk des Sommers noch der Schnee des Wintersdie Einzelnheiten'der Scene verdeckt. Das Gemälde trägt dasGepräge einer ergreifenden Einsamkeit, und beengt den Geist we-niger, als im März, wo eine sich verjüngende Vegetation die Blickefesselt, ohne die Aussicht zu erweitern.

Der Tag war wolkig und kalt gewesen, und den Horizont um-hingen leichte Flöckchen, welche sich bald zerstreuen zu wollen schie-nen, bald wieder Franziska's Hoffnung, sich der scheidenden Son-nenstrahlen erfreuen zu können, zu Nichte machten. Endlich trafein einzelner Lichtblick den Fuß des Berges, ans welchem das Augedes Mädchens ruhte, und bewegte sich allmählig an der Seite