S93
Es ist nichts mehr zu essen da, als Jenny's Hant und die Leiche,von der Sie gesprochen haben."
„Weib," sagte der Wundarzt uninnthig, „haltet Ihr michfür einen Kannibalen, daß Ihr mir mit solch' ungewaschenemGeschwatze kommt? — Ich befehle Euch, mir geschwind eineNahrung zuzurichten, wie sie für'einen hungrigen Magen paßt."
„Ich kümmere mich um Ihren Befehl nicht so viel, denn ergleicht mehr dem leeren Knall der Schlüffelbüchse, als einerKanonenkugel," versetzte Betty mit einem Winke gegen den Ritt-meister; „und ich sage Ihnen, daß Ihr Magen hungrig bleibensoll, wenn ich Ihnen nicht ein Stück von Jenny's Hant kochendarf. Die Jungen haben mich ganz aufgezchrt."
Lawtvn legte sich nun in's Mittel, um den Frieden zu erhal-ten, und versicherte den Wundarzt, er habe bereits die geeignetenLeute ansgeschickt, um neuen Borrath herbeiznschaffen. Der Ope-rateur vergaß, dnrch diese Erklärung etwas ermnthigt, bald sei-nen Hunger, und gab seine Absicht, schnell an das Geschäft zugehen, zu erkennen.
„Und wo haben Sie denn Ihr Subjekt?" fragte Lawton.
„Je nun, der Hausirer," sagte der Andere und warf einenBlick nach dem Schildposten. „Ich sagte Hollistern, er solle dasGerüst ziemlich hoch machen, damit beim Falle die Halswirbelnicht zn sehr dislocirt würden, denn ich möchte ein Skelet ansihm machen, so schön als irgend eines in den Staaten Nord-amerikas. Der Bnrscke sieht nicht übel aus und hat prächtigesKnochenwerk; es läßt sich etwas ausgezeichnet Schönes ans ihmmachen! Ich habe mir schon lange etwas der Art gewünscht, umdamit meiner alten Tante in Virginien, die mir als Knabe somanches Gute erwiesen, ein Geschenk zn machen."
„Znm Teufel," rief Lawton, „Sie wollen doch der altenFrau nicht die Knochen eines todten Mannes schicken?"
„Warum nicht?" versetzte der Wundarzt. „Was gibt es