Druckschrift 
6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

179

Es war kein gewöhnlicher Gebrauch," sagte sie,zu welchemich die Nadel bestimmte. Ich wollte sie z» einem besseren Zweckeverwenden."

Erklärt Euch weiter, Madame," sagte der Wundarzt unge-duldig,damit dieser Herr sehen möge, wie wenig Grund er zuseinem Frohlocken hat."

Ans diese Aufforderung hielt Katy eine» Augenblick innc, umdie nvthige Beredsamkeit zu Ausschmückung ihrer Erzählung zusammeln. Das Wesentliche ihrer Mittheilung bestand darin, das;ein Kind, welches von den Armenpflegcrn Harvey anvertrant wor-den war, in der Abwesenheit des Hausherrn sich eine große Nadeltu den Fuß getreten hatte. Das beschädigende Instrument wurdenun sorgfältig mit Fett beschmiert, in Wolle gewickelt und untergewissen Besprechungen in einen Kaminwinkel gelegt, während derFuß, ans Furcht, die sympathetische Einwirkung zu stören, sichselbst überlassen wurde. Die Ankunft des Krämers brachte einegänzliche Veränderung in dieser bewunderungswürdigen Behand-lung hervor, und die Folge» davon drückte Katy an dem Schlüsseder Erzählung mit den Worten ans:

Man durfte sich daher nicht wundern, das; das Kind nachheram Hnndskramps starb."

Doktor Sitgreavcs ging nach dem Fenster, um den schönenMorgen zu bewundern, und gab sich alle Mühe, die Basilisken-blicke seines Kameraden zu vermeiden. Aber ein Gefühl, das ernicht bezwingen konnte, nöthigte ihn endlich doch, dem KapitänLawton iirs Gesicht zu sehe». Die Züge desselben zeigten nichtsals den Ausdruck der Theilnahme an dem Schicksale des armenKnaben; aber die siegstrahlenden Augen schnitten dem betäubtenManne der Wissenschaft in die Seele. Er murmelte etwas vondem Zustande seiner Patienten, und entfernte sich in aller Eile.

Miß Peytou erkundigte sich nun mit der ganzen Theilnahmeihrer schönen Seele nach dem Stand der Dinge in der Wohnung

IS »