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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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Ja, so ist's," rief Katy, vor Vergnüge» zitternd, das; sie einenGelehrten getroffen hatte, welcher ihre Lieblingsmeinungen unter-stützen konnte.Wenn Sie ihn hören würden, Sie müßten denken, erglaube nicht einmal, daß cs so ein Ding, wie der Mond ist, gibt!"

Es ist der Fluch des Unglaubens und der Unwissenheit, liebeFrau, daß sie ans sich selbst Nahrung ziehen. Wenn der Geisteinmal heilsame Belehrung oerwirst, so verfällt er unwillkürlichach Aberglauben und naturwidrige Folgerungen, welche die Sacheder Wahrheit eben so sehr beeinträchtigen, als sic von den Haupt-grundsäpen menschlicher Erziehung abweichen."

Die Jungfrau war zu sehr von Bewunderung ergriffen, umes zu wagen, diesen Worten mit einer unverdauten Antwort zubegegnen, und der Wundarzt fuhr nach einer kurzen Pause philo-sophischer Geringschätzung fort:

Daß ein Mann mit gesunden Sinnen an dem Fluß der Gc-zeit*) zweifeln kann, ist mehr, als ich für möglich gehalten hätte.Der Starrsinn ist jedoch ein gefährlicher Gast, und kann uns leichtin die größten Jrrthümer führen."

Sie glauben also, Ebbe und Flut üben eine Wirkung aufden Zeitiluß?" fragte die Haushälterin.

Miß Pcyton erhob sich und winkte ihren Nichten, ihr in dernahen Speisekammer an die Hand zu gehen, während das dunkleGesicht des aufmerksamen Lawton eine» Augenblick von geheimerLachlust strahlte, die er aber so kräftig unterdrückte, daß sie ebenso schnell wieder verschwand, als sie ausgetancht war.

Nach einem kurzen Nachdenken, ob er auch die Sprecherinrichtig verstanden habe, glaubte der Wundarzt, dem Drang nachBelehrung, wenn er gegen eine mangelhafte Erziehung anstrebt,etwas zugestehen zu dürfe», und erwicderte:

Ihr meint wohl den Mond; viele Philosophen habengezweifelt,in wie weit er aus Ebbe und Flut einwirke; aber ich glaube, daß

') Ebbe und Flut.Der Spion.

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