indem er sich der Jungfrau näherte, welche ihre Handflächen undFußsohlen der belebenden Hitze eines tüchtigen Feuers entgegenhielt, um in ihren Herzensnöthen wenigstens einigen Trost zuhaben. „Ihr scheint mir eine kluge, verständige Frau zu sein,und Manche, welche Gelegenheit haben, sich richtigere Ansichtenz» verschaffen, würden wohl gnt thnn, Euch um Euere Kenntnisseund die Achtung, welche Ihr gegen das Licht der Wissenschafthabt, zu beneiden."
Obgleich ihn die Haushälterin nicht ganz verstand, so sah siedoch ein, daß er ihr eine Artigkeit gesagt habe; sie war dahersehr erfreut über seine Worte, und durch dieselben anfgemnntcrt,fuhr sie lebhafter fort:
„Man hat mir immer nachgcsagt, es fehle mir nichts, alsdie Gelegenheit, um einen ganzen Arzt ans mir zu machen. Eheich in das Hans von Harveffs Vater kam, nannte man mich nurden Schürzendvktor!"
„Mehr wahr, als höflich, möchte ich behaupten," entgegneteder Wundarzt, welcher den Charakter des Weibes ans lauter Be-wunderung vor dem Respekt, welchen sie gegen die Hcilkunst an denTag legte, ganz ans dem Gesichte verlor. „In Ermangelung er-leuchteterer Rathgeber ist die Erfahrung verständiger Mütronen beiBekämpfung der Fortschritte einer Krankheit hoch anznschlagen;unter solche» Umständen, liebe Frau, ist es schrecklich, gegenUuwiffe» und Starrsinn ankämpfcn zu muffen."
„Schlimm genug, wie ich aus eigener Erfahrung weiß," riefKaty trinmphirend; „Harvey ist in solchen Dingen so starrköpfig,wie ein unvernünftiges Thier. Man sollte denken, die Pflege,welche ich ans seinen bettlägerigen Vater verwendete, hätte ihnbelehren können, daß mal, eine gute Abwartnng nicht verachtendürfe. Aber er wird es schon nvch erfahren, was es ist, wenn ineinem Hanse eine sorgsame Frau fehlt, obgleich ich weiß, daß erzu erbärmlich ist, um je wieder ein Haus zu besitzen."