„Was meinen Sie," flüsterte er, als sie die Flnr erreichthatte»; „wird er davon kommen?"
„Ja!"
„Gott sei Dank!" rief der Jüngling nnd eilte hinnntcr.
Dnnwvodie besuchte einen Augenblick die Familie, welche indem gewöhnlichen Gesellschaftszimmer versammelt war. Sein Ge-sicht war nicht mehr finster, nnd seine Begrüßungen trugen, ob-gleich sie eilig waren, den Ausdruck der Herzlichkeit. HeinrichsFlucht nnd neue Gefangenschaft berührte er nicht; er schien znglauben, der junge Mann habe sich immer an dem Orte, wo erihn vor dem Treffen verlassen hatte, anfgchalten, denn ans demSchlachtsclde waren sie sich nicht begegnet. Der englische Offizierzog sich mit stolzem Schweigen in ein Fenster zurück nnd ließ denMajor ununterbrochen seine Mittheilungen machen.
Der Aufregung, welche die Ereignisse des Tages in den Ge-fühlen der Schwestern hcrvorgebracht hatten, war eine Erschlaffunggefolgt, die ihre Zungen band, nnd Dnnwoodie besprach sichdaher nur mit Miß Peyton.
„Ist Hoffnung vorhanden, Vetter, daß Ihr Freund seineWunde überleben wird?" fragte die Dame, indem sie mit einemLächeln wohlwollender Achtung ihrem Verwandten cntgegenkam.
„Alle Hoffnung, wertheste Dame, alle Hoffnung," antworteteder Krieger freudig. „Sitgreaves sagt, er werde davonkommen,und er hat" mich nie getauscht."
„Ihre Freude kann nicht größer sein, als die meinige bei dieserNachricht. Wer dem Major Dnnwoodie so thener ist, muß noth-ivcndig auch in dem Herzen seiner Freunde Theilnahme erregen."
„Er ist es würdig, daß man an ihm den wärmsten Antheilnimmt, Madame," erwiedcrtc der Major mit Innigkeit. „Er istder gute Genius unseres Corps nnd von uns Allen gleich geliebt —so mild, so gerecht, so edel, sanft wie ein Lamm nnd arglos wie dieTaube. Nur in der Stunde des Kampfes ist Singleton ein Löwe."